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Landesarbeitsgericht: "Crowdworker" sind keine Angestellten | BR24

© BR / Johanna Schlüter

Ein Mann an einer Computertastatur (Symbolbild)

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    Landesarbeitsgericht: "Crowdworker" sind keine Angestellten

    So genannte "Crowdworker", die ihre Aufträge über Internetplattformen erhalten, sind dort nicht angestellt. Das hat das Landesarbeitsgericht in München entschieden. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles wurde eine Revision zugelassen.

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    "Ein Arbeitsvertrag liegt nach der gesetzlichen Definition nur dann vor, wenn der Vertrag die Verpflichtung zur Leistung von weisungsgebundener, fremdbestimmter Arbeit in persönlicher Abhängigkeit vorsieht." So begründet das Landesarbeitsgericht in München seine Entscheidung, dass so genannte Crowdworker nicht Angestellte der Internetplattformen sind, die ihnen Aufträge vermitteln.

    Revision zum Bundesarbeitsgericht möglich

    Crowdworker übernehmen kleinere Jobs für Firmen und bieten ihre Dienste über das Internet an. Sie arbeiten über Apps oder Internetplattformen und konkurrieren im Netz um Aufträge. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles wurde die Revision zum Bundesarbeitsgericht in Erfurt zugelassen.

    Ein Mikrojobber hatte geklagt, Angestellter der Internetfirma zu sein, die ihm seine Jobs vermittelte. Der Mann machte nach der Vermittlung durch die Plattform unter anderem Fotos von Tankstellen und Märkten, um sie zur Überprüfung der jeweiligen Warenpräsentation weiterzuleiten. Er verdiente damit in 20 Stunden pro Woche knapp 1.800 Euro im Monat.

    Als die Plattform die Zusammenarbeit mit ihm beenden wollte, zog er vor Gericht. Aus seiner Sicht bestand zwischen ihm und der Plattform ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Die beklagte Internetfirma hielt dagegen, der Kläger sei selbstständig und habe als Selbstständiger Aufträge übernommen. In vorheriger Instanz hatte das Arbeitsgericht seine Klage ebenfalls abgewiesen.

    Zahl der Crowdworker wird in Zukunft wohl ansteigen

    Laut dem "Crowdworking Monitor" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales aus dem Jahr 2018 arbeiten rund 4,8 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung in Deutschland als Crowdworker. Der Deutsche Gewerkschaftsbund erwartet, dass diese Zahl in Zukunft deutlich ansteigen wird.

    In einem Gutachten für das Bundesarbeitsministerium wird die rechtliche Kategorisierung des Crowdworkings als "außerordentlich schwer" beschrieben. Grund sei ein "Dreiecksverhältnis zwischen Crowdsourcer, Plattform und Crowdworker".