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Lakritz-Äquator: Warum Bayern das Süßholz-Produkt nicht mögen | BR24

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Bärendreck: im Norden beliebt, im Süden abgelehnt. Durch Deutschland verläuft der Lakritz-Äquator. Die Menschen im Norden schätzen diese Art von Süßigkeit, hierzulande stößt sie eher auf Ablehnung. Ticken wir Bayern da anders?

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Lakritz-Äquator: Warum Bayern das Süßholz-Produkt nicht mögen

Warum ist in den Haribo-Boxen immer so viel Lakritz drin? Sie bleiben doch meistens übrig, oder? Zumindest in Bayern, dort wird die Süßigkeit weniger gern gegessen als in Norddeutschland. Dabei entstand der Grundstoff von Lakritz im Freistaat.

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Von
  • Helene Köck

Laut den Herstellern Haribo und Katjes ist es nicht überall so, dass Lakritz am Ende in der Süßigkeiten-Verpackung bleibt. In Norddeutschland ist Lakritz nämlich viel beliebter als im Süden. Humorvoll spricht man auch vom "Lakritz-Äquator", der auf Höhe des Mains verläuft. Im Süden kauft man viel weniger Lakritz. Wieso ist das so?

Lakritz wird aus Süßholzwurzel hergestellt

Die Basis von Lakritz ist Süßholz. Daraus wird ein Saft gemacht, eingedickt, geformt. Aber was ist es genau, was man mag oder nicht mag, wenn es um Lakritz geht? Gibt es womöglich eine biologische Veranlagung, ob jemandem Lakritz schmeckt? Ein Gen?

DNA bestimmt über Geschmacksrezeptoren

Dr. Maik Behrens vom Leibniz-Institut der TUM Freising erforscht unter anderem, wie Gene beeinflussen, ob wir etwas lecker finden. Laut Behrens legt die DNA fest, welche Geschmacksrezeptoren wir haben. Es gibt einen für süß und viele, je nach Mensch unterschiedliche, für bitter. Wenn bei uns der süße und ein bitterer Rezeptor stimuliert werden, schmecken wir vermutlich Lakritz.

Lakritzessen als Gewohnheit

Wahrscheinlich ist Lakritzessen eine Gewohnheitssache, das heißt, man muss es vorgelebt bekommen. Die Bayern sind also nicht ans Lakritzessen gewöhnt. Und das, obwohl das einzige Süßholzanbaugebiet Deutschlands in Bayern liegt. Vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert wurde in Bamberg Süßholz angebaut und die Wurzeln geerntet.

"Bärendreck" aus Bayern

Ein Stück weiter südlich hat man aus Süßholz auch Lakritz hergestellt. In der Nürnberger Zucker-Bär-Fabrik. Der Inhaber, Karl Bär, hatte wohl mehrere Patente auf Lakritz-Rezepte. Wahrscheinlich geht auf diesen Herrn Bär auch der Name "Bärendreck" zurück. Die richtig große Lakritz-Produktion fand aber woanders statt.

Lakritz vor allem in Küstennähe beliebt

Süßholz für industriell hergestelltes Lakritz wurde über das Meer angeschifft: Aus dem vorderen Orient, Südrussland und Süditalien. Es könnte sein, dass sich Lakritz deshalb in küstennahen Gebieten stärker verbreitet hat – und sich die Menschen dort mit der Zeit daran gewöhnt haben. Anders als in Bayern.

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