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Künstliche Intelligenz made in Bavaria | BR24

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Die Meinungen über Künstliche Intelligenz, kurz KI, gehen weit auseinander. Doch ohne sie wird in absehbarer Zukunft nichts mehr gehen. Amerika und China sind Spitzenreiter bei der Entwicklung, aber auch Bayern kann Innovationen vorweisen.

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Künstliche Intelligenz made in Bavaria

Die Meinungen über Künstliche Intelligenz, kurz KI, gehen weit auseinander. Doch ohne sie wird in absehbarer Zukunft nichts mehr gehen. Amerika und China sind Spitzenreiter bei der Entwicklung, aber auch Bayern kann Innovationen vorweisen.

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Nicht auf den Inhalt der Sprache, sondern auf die Emotion kommt es an bei einer neu entwickelten App. Sie erkennt die Gemütslage eines Menschen. Dahinter steckt Künstliche Intelligenz, die blitzschnell kurze Stimmproben analysiert und mehr als 6.000 Parameter vergleicht, wie zum Beispiel Tonhöhe oder Klangfarbe.

Entwickelt hat das die Firma Audeering aus Gilching bei München. 2018 hat sie dafür den bayerischen Innovationspreis bekommen. Sie gilt als europäischer Vorreiter in Sachen emotionaler Sprachanalyse, die auch im Gesundheitsbereich zur Früherkennung von Krankheiten eingesetzt werden kann.

Künstliche Intelligenz: Bayern kann sich sehen lassen

Das Unternehmen ist eines von 72 in Bayern, die Künstliche Intelligenz anwenden oder daran forschen. Bayern hat im Vergleich zu anderen Bundesländern die meisten Firmen im Segment künstliche Intelligenz - von Medizintechnik über Automobilität zu Handel und Produktion. Und die Firma Audeering fühlt sich wohl in Bayern, wollte nicht nach Amerika gehen, betont die Chefin Dagmar Schuller.

"Man hat hier in Bayern den enormen Vorteil, auf sehr gute Personen zurückgreifen zu können, auf Talente und auch auf sehr gute Ingenieure und Erfindergeist. Meiner Meinung nach sind wir hier nicht schlechter als im Silicon Valley, der einzige große Unterschied, den wir haben, ist, dass wir weniger risikofreudige Kapitalgeber haben." Dagmar Schuller, CEO der Audeering GmbH

Dagmar Schuller wünscht sich mehr Vertrauen und Optimismus von Investoren, sowie eine bessere staatliche Förderung. Schließlich sei Künstliche Intelligenz eine Schlüsseltechnologie für zukünftige Innovationen und damit ein strategischer Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Wirtschaft.

Was plant Markus Söder?

Ministerpräsident Söder plant nun ein millionenschweres Förderprogramm für Forschung und Digitalisierung, damit Bayern in Sachen KI nicht den Anschluss verliert. Bis zum Herbst werde dann eines der modernsten und größten Programme für Forschung und Digitalisierung in Deutschland entstehen.

Doch was sind Millionen im internationalen Vergleich? Laut einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung investiert zum Beispiel das US-amerikanische Verteidigungsministerium 6,3 Milliarden Euro in KI-Forschung. Und in China hat die Stadt Tijian einen Förderfonds für KI von 12,8 Milliarden Euro ausgeschrieben - für Investitionen in die Industrie und Hochschullandschaft.