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Künstliche Intelligenz holt Arbeitsplätze aus dem Ausland zurück | BR24

© dpa/Rolf Vennenbernd

Uniper in Regensburg: Robotik und Künstliche Intelligenz schaffen neue Arbeitsplätze

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    Künstliche Intelligenz holt Arbeitsplätze aus dem Ausland zurück

    Roboter und künstliche Intelligenz (KI) verändern die Arbeitswelt. Experten erwarten, dass viele Arbeitsplätze in Deutschland verschwinden werden. Doch beim Energie-Unternehmen Uniper in Regensburg wurden durch KI neue Arbeitsplätze geschaffen.

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    Die Uniper SE, hervorgegangen aus dem Energie-Konzern e.on, betreibt 120 Kraftwerke und mehrere Ingenieurbüros in Deutschland, den Benelux-Staaten, Großbritannien und Schweden. Diese Betriebe müssen einkaufen, Rechnungen stellen, Lieferanten bezahlen, Bankkonten führen und so weiter. Etwa 3.000 Mitarbeiter sind konzernweit berechtigt, Rechnungen freizugeben und Zahlungsvorgänge auszulösen. Das bedeutet für die Buchhaltung: Rund 200.000 Belege pro Jahr müssen verarbeitet werden.

    Buchhaltung bisher aufgeteilt auf Regensburg und Rumänien

    Diese sogenannte transaktionale Buchhaltung des gesamten Unternehmens war bisher zwischen Mitarbeitern am Standort Regensburg und einem externen Dienstleister im rumänischen Cluj-Napoca aufgeteilt. Doch den Vertrag mit dem Dienstleister hat Uniper zum Jahresende gekündigt. Dafür wurde in Regensburg in Technik mit neuester Software investiert. Maschinen sortieren die Belege, Scanner erfassen sie, das gesamte System lernt selbstständig immer dazu. Es wurde jedoch nicht nur Technik, sondern auch Personal aufgebaut: Dreißig zusätzliche Stellen sind entstanden.

    "Der mittel- bis langfristige Fokus für die Beschäftigten am Standort wird auf wertschöpfende Tätigkeiten gelegt. Häufig wiederkehrende transaktionale Aufgaben werden durch Automatisierungslösungen abgebildet." Andrea Bauer-Kinateder, Geschäftsführung Uniper Regensburg

    Bei Routinearbeiten ist KI oft besser als der Mensch

    Bisher wurden in Rumänien hauptsächlich Informationen von Papierdokumenten zur Weiterverarbeitung in Computersysteme übertragen. Dabei ist die Fehleranfälligkeit nicht gering. Künstliche Intelligenz erledigt diese Routinearbeit besser und schneller. Daher geht man in Regensburg davon aus, dass die Kosten für die Umstellung schon im kommenden Jahr kompensiert sein werden.

    "Durch die Kombination von Automatisierungslösungen und Spezialisten-Tätigkeiten ergibt sich insgesamt ein deutlicher Kostenvorteil im Vergleich zur manuellen Durchführung transaktionaler Tätigkeiten im osteuropäischen Ausland. Daneben können wir die Abhängigkeit von Externen deutlich reduzieren und bündeln das Know-How im Konzern. Des Weiteren ist das Ziel, die Qualität zu verbessern." Thomas Rester, Projektverantwortlicher Uniper Regensburg

    Doch keine Arbeitsplatzverluste durch Roboter und künstliche Intelligenz?

    Vor sechs Jahren hatte eine Studie der Universität Oxford ermittelt, dass sich knapp die Hälfte aller Jobs in den USA bald durch Roboter ersetzen lassen würden: Selbst fahrende Taxis, computergenerierte medizinische Diagnosen und noch viel mehr war vorstellbar. Doch bisher ist es nicht dazu gekommen. Im Gegenteil, in den vergangenen Jahren sind neue Jobs entstanden.

    Auch eine Studie, die diese Annahmen auf Deutschland projizierte, wurde drei Jahre später korrigiert. Zwar sind seit 2007 beeindruckende vier Millionen neue Arbeitsplätze entstanden. Doch wenn man genauer hinsieht, sind die ersten Auswirkungen des Umbruchs in der Arbeitswelt schon zu sehen. Die Wissenschaftler gehen jetzt davon aus, dass zwar durch die Digitalisierung eine Reihe von Arbeitsplätzen wegfallen, dass sich aber gleichzeitig viele Tätigkeiten – besonders die mit höheren Qualifikationen – verändern und so behaupten werden. Das Beispiel Uniper deutet in diese Richtung.