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Ab kommendem Jahr werden die Bürger in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf eine elektronische Patientenakte haben. Das sorgt für Wettbewerb - allerdings mit Einschränkungen, wie führende Unternehmen aus der IT-Branche kritisieren.

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Kritik an der neuen elektronischen Patientenakte

Ab kommendem Jahr werden die Bürger in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf eine elektronische Patientenakte haben. Das sorgt für Wettbewerb - allerdings mit Einschränkungen, wie führende Unternehmen aus der IT-Branche kritisieren.

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Von
  • Nikolaus Nützel

Bundesgesundheitsminister Spahn gibt den gesetzlichen und privaten Krankenversicherern die zentrale Rolle, wenn es darum geht, elektronische Patientenakten zu entwickeln. Nur sie sollen die entsprechenden Apps anbieten dürfen. Vorher muss allerdings die halb-staatliche Gesellschaft Gematik ein Zertifikat erteilen.

IT-Wirtschaft beklagt Auftragsvergabe

Es soll bestätigen, dass die Anbieter der Patientenakte den Datenschutz gewährleisten. Das könnten aber auch private Firmen, kritisiert der Bundesverband Gesundheits-IT und spricht von einem "herben Schlag für den Innovationsstandort Deutschland". Zu dem Verband gehören traditionsreiche Branchen-Schwergewichte wie SAP oder Intel ebenso wie kleinere Firmen wie die Vivy GmbH. Sie bietet seit zwei Jahren für die Versicherten von rund 30 gesetzlichen und privaten Kassen eine elektronische Gesundheitsakte an, die ähnliche Funktionen hat, wie sie künftig auch eine offiziell zertifizierte Patientenakte haben soll.

Datenschutz und Datensicherheit nach wie vor aktuell

An der Vivy-App lassen sich aber auch die Probleme sehen, vor denen die Anbieter solcher Angebote stehen. Kurz nach dem Start deckten IT-Fachleute Sicherheitsmängel auf. Und bei der Frage nach der Zahl der Nutzer spricht Vivy von einer "positiven sechsstelligen Zahl", ohne genauere Angaben zu machen. Die Millionenschwelle ist also offenbar noch längst nicht überschritten, obwohl rund 18 Millionen Versicherte der Partner-Krankenkassen unentgeltlich Zugang haben.