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Krise in der Autoindustrie könnte sich weiter verschärfen | BR24

© BR/Bettina Meier

Lange ging es BMW, Audi und den anderen Autobauern gut. Doch jetzt stehen der Branche harte Zeiten bevor. Eine aktuelle Studie geht davon aus, dass die Hersteller immer weniger Autos verkaufen. Es könnte die größte Krise seit langem werden.

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Krise in der Autoindustrie könnte sich weiter verschärfen

Lange ging es BMW, Audi und den anderen Autobauern gut. Doch jetzt stehen der Branche harte Zeiten bevor. Eine aktuelle Studie geht davon aus, dass die Hersteller immer weniger Autos verkaufen. Es könnte die größte Krise seit langem werden.

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Noch in diesem Jahr könnten die Neuwagenverkäufe weltweit um vier Millionen PKW zurückgehen - sagt Ferdinand Dudenhöffer voraus, Leiter des CAR-Institutes der Universität Duisburg Essen. Seine Studie kommt zum Schluss, dass es so einen erheblichen Rückgang selbst zu Zeiten der Finanzkrise 2008 nicht gegeben hat. Die Branche erlebe den größten Einbruch des Weltautomarktes seit 20 Jahren.

"Unberechenbarkeit ist Gift für die Autoindustrie." Prof. Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Institutes der Universität Duisburg Essen

Die Gründe dafür seien vielfältig: Schuld ist dem Institut zufolge vor allem der Zollhandelsstreit mit den USA. Baut ein Hersteller wie BMW ein neues Werk, ist das immer auch eine Investition in die Zukunft. Derzeit werden solche Investitionen aber vertagt, so der Forscher.

Hauptkrisengebiet ist der Automarkt in China

Dudenhöffer zufolge ist das Hauptkrisengebiet der Automarkt in China. Hier sinken die Verkaufszahlen seit zwölf Monaten. Für das gesamte Jahr sagt das CAR-Institut hier einen Rückgang von zehn Prozent voraus. Das schwächelnde Chinageschäft tue auch Deutschland weh, so Dudenhöffer. Hier haben die Autobauer in den vergangenen zwanzig Jahren einen Großteil ihrer Gewinne erzielt. Das hat auch deutschen Herstellern eine sehr hohe Wachstumsgeschwindigkeit beschert, die nun nachlasse, so der Forscher weiter. Derzeit würden in China mehr PKW produziert als benötigt werden.

Deutsche Hersteller spüren Absatzflaute auch auf anderen Märkten

Die deutschen Hersteller spüren die Absatzflaute aber auch auf anderen Märkten außerhalb Europas, die vom Zollhandelsstreit betroffen sind. Zum Beispiel in Mexiko. Hier produzieren BMW, Audi und Daimler Fahrzeuge auch für den US-Markt. Deshalb sind sie auch dort von der US-Zollpolitik betroffen.

Als weitere Herausforderungen nennt die Studie den Brexit und Kosten für Investitionen in Elektromobilität, autonomes Fahren und die Digitalisierung.