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Bildrechte: picture alliance / dpa / David Ebener

Wieder hat ein Autozulieferer in der Region Probleme: Sitzeproduzent Fehrer hat angekündigt, sein Werk in Wackersdorf nächstes Jahr zu schließen. 175 Beschäftigte sind betroffen. Damit setzt sich die Serie von Negativmeldungen aus der Branche fort.

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Krise in der Autobranche: Nächster Zulieferer macht Schluss

Wieder hat ein Autozulieferer in der Region Probleme: Sitzeproduzent Fehrer hat angekündigt, sein Werk in Wackersdorf nächstes Jahr zu schließen. 175 Beschäftigte sind betroffen. Damit setzt sich die Serie von Negativmeldungen aus der Branche fort.

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Von
  • Margit Ringer
  • Uli Scherr

Der Autozulieferer Fehrer schließt Mitte kommenden Jahres sein Werk in Wackersdorf im Landkreis Schwandorf. 175 Beschäftigte verlieren damit ihren Job, wie die IG Metall in Regensburg mitteilt. Die Geschäftsleitung habe die Belegschaft am Mittwoch informiert. Der Betriebsratsvorsitzende Georg Haller zeigte sich geschockt. Eine komplette Schließung hätte er nicht erwartet, auch wenn die Zahlen in letzter Zeit nicht so rosig ausgesehen hätten.

Abhängig von BMW

Als Grund nennt die Unternehmensleitung, dass keine Aufträge mehr von BMW kommen würden. BMW würde nun zu tschechischen und ungarischen Preisen einkaufen, nicht aber beim direkt benachbarten Fehrer-Werk in Wackersdorf, sagt Olga Redda von der IG Metall in Regensburg. Damit sei das Werk nicht mehr wettbewerbsfähig. Fehrer habe sich 1997 direkt in der Nähe von BMW in Wackersdorf angesiedelt, um Frachtkosten zu sparen.

Gewerkschaft will verhandeln

Die IG Metall will in den kommenden Wochen Verhandlungen mit dem Unternehmen starten. Fehrer produziert in Wackersdorf Sitzpolster, in erster Linie für BMW und Renault. Das Unternehmen gehört zu einem der weltweit führenden Autozulieferer, der Aunde Group mit Sitz in Mönchengladbach. Spätestens in einem Jahr soll in Wackersdorf nicht mehr produziert werden.

Serie von schlechten Nachrichten

Erst am Mittwoch hatte das Unternehmen A-Kaiser im niederbayerischen Aicha vorm Wald seine Insolvenz bekannt gegeben. In den vergangenen zwölf Monaten haben schon mehrere Autozulieferer in Niederbayern und der Oberpfalz Stellenstreichungen oder sogar Werksschließungen angekündigt, wie zum Beispiel Hella in Regensburg, Antolin in Regenstauf, Grammer in Ursensollen, Osram und Continental in Regensburg oder auch Webasto in Hengersberg.

IG Metall warnt vor weiteren Einschnitten

Laut Olga Redda von der IG Metall in Regensburg stehen die Autozulieferer unter "massivem Druck", weil es Lieferengpässe von Halbleitern gebe. Diese Engpässe seien zum Teil durch die Corona-Krise entstanden. Corona habe deutlich gemacht, dass internationale Lieferketten und Geschäftsbeziehungen anfällig seien. Sie rechnet in den kommenden Jahren mit weiteren Veränderungen in der Autozulieferindustrie in der Region, weil zudem der Verbrennungsmotor vor dem Aus steht.

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