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Soll ab 01. Oktober elektronisch ausgestellt werden: Die ärztliche Krankschreibung, offiziell "Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung" oder "AU".

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    Probleme mit elektronischer AU-Bescheinigung

    Krankschreibungen ohne Papier. Zum Quartalswechsel am 1. Oktober soll die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für Vertragsärzte in Deutschland verpflichtend werden. Doch in vielen der 75.000 Praxen fehlen die technischen Voraussetzungen.

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    Von
    • Monika Stiehl

    Ab dem 1. Oktober diesen Jahres soll die ärztliche Krankschreibung, offiziell Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, verpflichtend digital ausgestellt werden. In einem Brandbrief haben die IT-Verantwortlichen mehrerer Kassenärztlicher Vereinigungen, auch aus Bayern, nun vor einem – "drohenden Desaster“ gewarnt. Viele der Arztpraxen seien dafür technisch einfach noch nicht gerüstet. Bislang waren medizinische Anwendungen in der Telematik-Infrastruktur wie eArztbrief, elektronischer Medikationsplan oder E-Patientenakte nur freiwillig. Dementsprechend gering seien die derzeitigen Nutzerzahlen.

    Testbetrieb hängt weit zurück

    Zudem habe sich der Feldtest verzögert. Der sollte eigentlich zum 31. August beendet sein. Aktuell hänge die Realität aber weit hinterher: Erst am 20. August sollen erste Praxen mit dem Feldtest starten. Die Anbindung der Krankenkassen werde sogar erst Ende August, teilweise sogar noch später erwartet. Das werde dazu führen, dass viele tausend Praxen von einem Tag auf den nächsten in digitales Neuland gestürzt werden, und das ausgerechnet zum Quartalsbeginn. Auch der Bayerische Facharztverband warnt vor gefährlichem Chaos und sinnloser Bürokratie bei der Umsetzung der elektronischen AU. Gerade in der angespannten Situation der Corona-Pandemie sei das Gift für das Gesundheitswesen, so die Vorsitzende Dr. Ilka Enger.

    Bundesgesundheitsministerium hält am Terminplan fest

    Vom Bundesgesundheitsministerium hingegen kommt nur wenig Verständnis. Alle für die Umsetzung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung notwendigen Komponenten und Dienste seien verfügbar, so das Ministerium auf BR-Anfrage. Nachdem die Anwendung im Feldtest im August getestet worden sei, werde diese schrittweise ausgerollt, so hieß es weiter. Und so hält das Ministerium offenbar am Terminplan fest.

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