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Warum die Krankenkassen-Beiträge steigen werden

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Krankenkassenbeiträge: Institut erwartet starken Anstieg

Die gesetzliche Krankenversicherung steht finanziell unter Druck. Auf die Versicherten könnten im kommenden Jahr spürbare zusätzliche Belastungen zukommen. Das ist das Ergebnis von Berechnungen des Münchner Instituts für Gesundheitsökonomik.

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Von
  • Nikolaus Nützel

Die Ausgaben der Krankenkassen steigen nicht nur wegen der Coronapandemie, sondern auch wegen anderer Zusatzkosten, etwa für eine bessere Ausstattung der Kliniken mit Pflegepersonal. Gleichzeitig sind die Zeiten vorbei, in denen üppige Lohnzuwächse den gesetzlichen Kassen Zusatzgelder bescherten – ihre Einnahmen richten sich, anders als in der Privaten Krankenversicherung, nach dem Einkommen der Versicherten.

Milliarden-Finanzlücke erwartet

In der Folge ist nach Berechnungen des Münchner Instituts für Gesundheitsökonomik kommendes Jahr eine Finanzlücke von mehr als 19 Milliarden Euro zu erwarten. Um die zu schließen, müssten die Kassen ihre Beiträge um durchschnittlich 1,3 Prozentpunkte erhöhen. Im Schnitt aller Kassen-Versicherten ergäbe das eine Zusatzbelastung von 15 Euro im Monat, für die Arbeitgeber würde noch einmal die gleiche Summe fällig.

Bis zu 360 Euro Mehrbelastung im Jahr

Bei Gutverdienern, die an der Beitragsbemessungsgrenze verdienen, könnte die Belastung doppelt so hoch liegen, also bei jeweils 30 Euro im Monat. Der Institutsleiter, der Volkswirtschafts-Professor Günter Neubauer, stellt fest, die Bundesregierung könnte den Beitragsanstieg dämpfen, wenn sie zusätzliche Milliarden aus Steuermitteln bereitstellt. Angesichts der ohnehin schon beträchtlichen Neuverschuldung des Bundes sei das aber kaum zu erwarten.

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