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Krankenkassen: Was sich für Versicherte 2021 ändert | BR24

© pa/dpa/ Christian Ohde

Krankenkassen: Was sich für Versicherte 2021 ändert

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Krankenkassen: Was sich für Versicherte 2021 ändert

Zum Jahreswechsel hat sich einiges für Krankenkassen-Versicherte geändert: Beiträge steigen, der Wechsel der Kasse wird leichter, Heilmittel werden patientenfreudlicher und das "Babyfernsehen" wird verboten. Hier die wichtigsten Neuerungen.

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Von
  • Nikolaus Nützel
  • BR24 Redaktion

2021 ändert sich einiges für Krankenversicherte. Zum Beispiel wird die Krankenversicherung für viele teurer. Bei den privaten Krankenversicherern gehen die Prämien im Schnitt um rund acht Prozent nach oben, und auch eine ganze Reihe großer gesetzlicher Kassen hebt die Beitragssätze deutlich an. Im Gegensatz zu Privatversicherten können gesetzlich Versicherte sich aber problemlos eine neue Kasse suchen, egal, wie alt oder krank sie sind.

Wer wechselt, muss sich ab diesem Jahr auch nicht mehr bei der alten Krankenkasse abmelden. Laut Sabine Wolter von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen braucht man nur noch einer neuen Krankenkasse beizutreten, die dann alle Modalitäten für einen erledigt.

Wechsel der Krankenkasse leichter möglich

Wenn die bisherige Kasse ihren Beitrag erhöht, gibt es ein Sonderkündigungsrecht. Aber auch an Krankenkassen, die ihren Beitrag stabil halten, sind die Versicherten ab diesem Jahr nicht mehr so lange gebunden wie bisher: Statt 18 Monate müssen gesetzlich Versicherte nur noch mindestens 12 Monate bei einer Kasse gewesen sein, bevor sie sich eine neue suchen können.

Mit einem Wechsel lassen sich – je nach Einkommen - in manchen Fällen mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Denn der Abstand zwischen den günstigsten und den teuersten Anbietern bleibt beträchtlich.

Vor Wechsel der Krankenkasse gut abwägen

Dennoch will es gut überlegt sein, ob man die bisherige Kasse verlässt: Laut Verbraucherberaterin Sabine Wolter kann es zum Beispiel sein, dass die bisherige Kasse bessere Leistungen für die Prävention anbietet und sportliche Leistungen mehr unterstützt. Eventuell hat sie auch Bonusprogramme, finanziert Reiseimpfungen, Osteopathie oder andere alternative Heilmittel. Wichtig sei oft auch die Frage, ob es Ansprechpartner vor Ort gibt. Kurz: Die Beiträge seien nicht das einzige Kriterium, so die Verbraucherberaterin.

Verordnung von "Heilmitteln" wird patientenfreundlicher

Manches wird auch leichter für Patienten. Zum Beispiel die Verordnung von so genannten Heilmitteln, das sind zum Beispiel Leistungen von Logopäden, Ergotherapeuten oder Physiotherapeuten. Zwar ändert sich nicht diese etwas irreführende Bezeichnung, aber die Verordnung wird patientenfreundlicher, so Elfriede Buker von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns.

Demnach müssen Patientinnen und Patienten etwa ein Rezept für Krankengymnastik nicht mehr innerhalb von 14 Tagen einlösen, sondern erst innerhalb von 28 Tagen. Falls eine Behandlung schnell beginnen soll, kann der jeweilige Arzt oder die Ärztin das aber auf dem Rezept vermerken. Sie oder er kann außerdem eine Therapiefrequenz angeben, also dass die Behandlung zum Beispiel ein bis drei mal pro Woche zu erfolgen hat.

Ab März auch Blanko-Rezepte möglich

Ab März dürfen Ärztinnen und Ärzte dann auch sogenannte Blanko-Verordnungen ausstellen. Laut Elfriede Buker von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns bedeutet das, dass Ärzte auf dem Rezept nur vermerken, dass ein Patient etwa Physiotherapie braucht. Wie die dann aussieht, ob also Krankengymnastik oder zum Beispiel lieber manuelle Therapie stattfindet, das dürfen dann die behandelnden Physiotherapeutinnen entscheiden - ebenso wie oft oder wie lange die Anwendungen notwendig sind.

Ultraschall von Embryos verboten

Eine Leistung, die - nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung von 2016 - 80 Prozent aller werdenden Mütter in Anspruch genommen haben, wird allerdings untersagt: das sogenannte "Baby-Fernsehen" – also Ultraschall-Aufnahmen von Ungeborenen, die oftmals gestochen scharfe Bilder liefern. Der Grund: Unter Fachleuten gibt es Bedenken, dass die Ultraschallwellen den Ungeborenen schaden könnten.

Das Verbot des "Baby-Fernsehens" durch eine neue Verordnung im Strahlenschutzgesetz habe also nichts mit Sparmaßnahmen zu tun, betont Sabine Wolter von der Verbraucherzentrale NRW. Weiter gemacht werden dürfen Ultraschalluntersuchungen dagegen, wenn es medizinische Gründe gibt – zum Beispiel beim Verdacht auf Fehlbildungen des Embryos.

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