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Kontaktloses Bezahlen: Was sagen Verbraucher und Handel? | BR24

© pa/dpa

Girokarte für kontaktloses Bezahlen

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    Kontaktloses Bezahlen: Was sagen Verbraucher und Handel?

    Fast jede Girokarte kann es mittlerweile, trotzdem wird das kontaktlose Bezahlen in Deutschland von den Verbrauchern vergleichsweise zögerlich akzeptiert. Viele hegen Datenschutz- oder Sicherheitsbedenken.

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    Viele Verbraucher sind skeptisch, andere haben die Vorzüge des kontaktlosen Bezahlens schon für sich entdeckt. Das Versprechen: Bezahlen in Sekundenschnelle. An mehr als der Hälfte aller Kassen in Bayern ist kontaktloses Zahlen inzwischen möglich, sagt Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern.

    "Von den Bezahlterminals, an denen man kontaktlos bezahlen kann, werden fünfzehn Prozent aller Zahlungen kontaktlos bezahlt. Das heißt, die Quote steigt immer mehr, und das zeigt, dass die Akzeptanz langsam wächst." Bernd Ohlmann, Handelsverband Bayern

    Schneller, hygienischer - dennoch wird nur allmählich kontaktlos bezahlt

    Man hält die Giro- oder Kreditkarte einfach ein paar Sekunden gegen das Lesegerät und muss bei Beträgen unter 25 Euro auch keine PIN mehr eingeben. Man kann aber auch ein Smartphone oder eine Smartwatch benutzen: Apple Pay, Google Pay und auch viele Banken bieten entsprechende Apps an. Dahinter steckt ein sogenannter NFC-Chip, der in Karten und Smartphones eingebaut ist und die Daten per Funk überträgt.

    Verbraucher akzeptieren die neue Technik nur nach und nach. Der Handel hingegen freut sich. "Der Einzelhandel forciert das bargeldlose Bezahlen, weil es die Wartezeiten an den Kassen reduziert, weil dadurch die Kunden zufriedener sind und es ist eben auch hygienischer für die Kassenkräfte", erklärt Bernd Ohlmann.

    Geschäfte wollen für Kunden technisch auf dem neuesten Stand sein

    Ein alteingesessenes Geschäft für Lederwaren in der Münchner Maxvorstadt. Geschäftsleiter Peter Büscher berät eine ältere Dame, die eine bordeauxrote Ledertasche kaufen möchte. Mit dem Kartengerät, das auf seiner Ladentheke steht, können die Kunden auch kontaktlos bezahlen. Die EC-Karte der Kundin ist allerdings noch nicht fit fürs kontaktlose Bezahlen.

    Bisher habe überhaupt erst ein Kunde bei Peter Büscher kontaktlos bezahlt, besinnt sich der Händler: "Kontaktloses Zahlen ist eigentlich noch nicht so üblich. Es ist eigentlich eher das alte Reinstecken und Durchziehen der Karte gewünscht." Einen speziellen Vorteil habe das neue Gerät mit der Kontaktlos-Funktion für ihn nicht, so Büscher. Er möchte vor allem für seine Kunden technisch auf dem neuesten Stand sein.

    Viele Verbraucher haben Datenschutz-Bedenken

    Die Angst vor dem Datenklau hält viele Menschen davon ab, die neue Bezahlmethode zu nutzen. Aber wie sicher ist das kontaktlose Bezahlen wirklich? Es gebe ein Risiko, wenn auch nur ein geringes, so Julia Zeller von der Verbraucherzentrale Bayern: "Ein Risiko ist, da ich ja unter 25 Euro keinen Pin brauche, dass jemand im Vorbeigehen meine Karte ausliest und dann eine Abbuchung von 25 Euro vornimmt." Allerdings funktioniere das nur auf sehr geringe Distanz. Noch sicherer sei das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone, ergänzt Verbraucherschützerin Julia Zeller.

    "Das Zahlen mit dem Smartphone ist deutlich sicherer dahingehend, das meine Daten verschlüsselt weitergegeben werden. Wenn ich jetzt nur mit der Kreditkarte zahle, hat der Händler meine genaue Kreditkartennummer. Wenn ich mit dem Handy zahle, ist das nur eine verschlüsselte Kopie." Julia Zeller, Verbraucherzentrale Bayern

    Bei Sicherheitsbedenken: "Blocker-Karten" schützen zusätzlich

    Außerdem gibt es sogenannte Blocker-Karten, in die ein Störsender eingebaut ist. Man bewahrt sie direkt neben der Giro- oder Kreditkarte im Geldbeutel auf. Lederwarenhändler Peter Büscher kennt die Blocker-Karten von seiner Kundschaft. "Es gibt zwei Frequenzen weltweit, die einen Zugriff auf die Karten ermöglichen, und diese Blocker-Karte in der Größe einer Scheckkarte enthält ein elektronisches Bauteil, welches das blockiert." Für Verbraucher, die die kontaktlose Bezahlmethode nutzen wollen, aber Sicherheitsbedenken haben, sind Blocker-Karten oder auch Datenschutz-Hüllen eine zusätzliche Absicherung.

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