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Eingang der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg

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Konsumklima: Verbraucherstimmung leicht eingetrübt

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im August im Vergleich zum Juli leicht eingetrübt. Das geht aus der aktuellen Konsumklimastudie der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor.

Von
Oliver TubenauerOliver Tubenauer
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Die leicht gedämpfte Verbraucherstimmung im August ist nicht einheitlich: Während die Einkommenserwartungen leicht steigen, müssen sowohl die Konjunkturerwartung als auch die Anschaffungsneigung Einbußen hinnehmen.

Steigende Inzidenzen schaffen weniger Vertrauen

Nach Einschätzung der GfK-Marktforscher sind die wieder deutlich steigenden Corona-Inzidenzen, das Nachlassen der Impfdynamik sowie die Diskussionen darüber, wie künftig mit ungeimpften Menschen umgegangen werden soll, für eine spürbare Verunsicherung der Konsumenten verantwortlich. Es gebe Befürchtungen, dass die entsprechenden Beschränkungen bald wieder verschärft werden könnten.

Hohe Inflationsrate dämpft Konsumlaune

Hinzu komme, dass das Thema Inflation plötzlich wieder eine Rolle spiele. Dabei beruft sich die GfK auf Angaben des Statistischen Bundesamtes, wonach die Lebenshaltungskosten im Juli um 3,8 Prozent gestiegen sind. Eine höhere Preissteigerungsrate gab es zuletzt im Dezember 1993 mit 4,3 Prozent. GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl erklärt dazu: "Seit Mitte dieses Jahres steigen die Preise rasant. Erfahrungsgemäß wirkt sich dies dämpfend auf die Konsumlaune aus. Zwar sind dies in erster Linie Einmal-Effekte durch das Absenken der Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr 2020. Aber angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase empfinden die privaten Haushalte die Inflationsraten als noch bedrohlicher für ihre Kaufkraft."

Nachlassende Konjunktureuphorie

Auch die Konjunktureuphorie ebbt der Studie zufolge derzeit ab. Nach Erreichen eines Zehn-Jahres-Hochs im Juni 2021 schwindet die Euphorie der Verbraucher im Hinblick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Im August muss die Konjunkturerwartung zum zweiten Mal in Folge Einbußen hinnehmen.

Robuster Arbeitsmarkt füttert Einkommenserwartung

Dagegen behaupten die Einkommenserwartungen ihr gutes Niveau. Dieser Indikator Einkommenserwartung gewinnt sogar leicht. Sie liegt derzeit deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Einkommenserwartungen seien derzeit noch nicht von den stärker steigenden Preisen betroffen. Grund hierfür sei die stabile Beschäftigungslage und damit einhergehend eine geringe Furcht, den Job zu verlieren, resümieren die GfK-Forscher.

Anschaffungsneigung lässt nach

Die Anschaffungsneigung könne im August aber nicht von den guten Einkommenserwartungen profitieren. Sie lässt im Vergleich zum Juli nach – wenngleich auf "moderatem" Niveau. Trotz gut gefüllter Portemonnaies sei die Konsumlaune noch verhalten. Ein ungetrübtes Einkaufserlebnis sei angesichts von Maskenpflicht und Abstandsregeln nach wie vor nicht möglich. Zudem dürften die stärker steigenden Preise ebenfalls auch die Konsumneigung drücken, lautet die Begründung der GfK-Forscher.

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Die Verbraucher haben in Deutschland gerade keine große Lust auf Einkäufe - aus Angst vor den Folgen der nächsten Corona-Welle, aber auch wegen der rasant steigenden Preise. Das ist das Ergebnis des GfK-Konsumklimas im August.

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