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Konjunkturprognose: "Europa erlebt einen ökonomischen Schock" | BR24

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In Deutschland brachen im März die Auftragseingänge aus der Industrie ein, auch die Umsätze im Einzelhandel der Eurozone sanken stärker als vormutet. Die Prognose der EU-Kommission ist düster: Sie vermutet einen Wirtschaftseinbruch um 7,8 Prozent.

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Konjunkturprognose: "Europa erlebt einen ökonomischen Schock"

Die EU-Kommission hat ihre Frühjahrsprognose für die Wirtschaft der Eurozone veröffentlicht. In dieser Einschätzung werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie sichtbar. In Brüssel spricht man bereits von dem größten Schock seit den 1930er-Jahren.

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Die EU stehe vor einer Rezession historischen Ausmaßes. Mit diesen Worten legte die Kommission am Mittwoch ihre Frühjahrsprognose vor. Den Angaben zufolge könnte die Wirtschaft der Eurozone bis zu 7,75 Prozent schrumpfen. „Europa erlebt einen ökonomischen Schock“, erklärte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Zwar sei in allen betroffenen Bereichen eine Erholung im kommenden Jahr zu erwarten, diese werde die starken Auswirkungen jedoch nur lindern können. Für eine vollständige Erholung brauche es nach Angaben der Kommission „mehrere Jahre“.

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Folgt auf den Rekordeinbruch Rekordwachstum?

Positiv stimmte die Kommission, dass der wirtschaftliche Einbruch zeitlich begrenzt sei. Zwar verzeichne man derzeit einen drastischen Rückgang in nahezu allen Wirtschaftsbereichen in den 19 Ländern der Eurozone, der Ausblick auf das kommende Jahr stimme aber positiv. Auf ein prognostiziertes Minus in Höhe von 7,75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werde für 2021 ein Wachstum in Höhe von 6,25 Prozent erwartet.

Große Unterschiede in den Mitgliedsstaaten

Die Erholung im kommenden Jahr werde die Verluste jedoch nicht wettmachen können, erklärte Gentiloni. Zudem seien die Mitgliedsstaaten unterschiedlich stark von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie betroffen. Während beispielsweise Polen nur 4,25 Prozent der Wirtschaftsleistung einbüßen musste, grenzt der Rückgang in Griechenland an die zehn Prozent.

Diese Auswirkungen werden sich auch in den Arbeitslosenraten der Eurozone bemerkbar machen, so die Prognose. Hier rechnet man mit einem Anstieg um zwei Prozentpunkte auf insgesamt 9,5 Prozent seit dem Jahr 2019. Nach Angaben der Kommission werde diese Entwicklung insbesondere junge Menschen ohne Berufserfahrung betreffen.

Neue Schulden unausweichlich

Durch die Ausgaben für die Krisenbewältigung rechnet man in Brüssel zudem mit einem starken Anstieg der Defizite. Während der gebündelte Wert für das Staatsdefizit aller 27 Mitgliedsstaaten 2019 noch bei 0,6 Prozent kursierte, erwartet die Kommission nun einen Anstieg auf 8,5 Prozent im laufenden Jahr. Die Milliardenpakete für die Wirtschaft und das Gesundheitswesen machen sich zudem im Schuldenstand der Mitglieder der Eurozone bemerkbar. Dieser Anstieg ist nur möglich, weil Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts quasi außer Kraft gesetzt wurden.

Angst vor neuem Anstieg der Infektionen

Miteinbezogen in die Prognose wurden auch die Erwartungen an eine schrittweise Lockerung der Corona-Beschränkungen im laufenden Monat Mai. Grundsätzlich seien die Erwartungen aber mit großen Unsicherheiten verbunden, erklärte die Kommission. Unvorhergesehene Änderungen im Verlauf der Pandemie, könnten die Krise weiter verschärfen – wenngleich die Kommission klarstellte, alles dafür zu tun, um das zu verhindern.

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