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Konjunkturprognose Bayern 2021: vbw erwartet geringes Wachstum | BR24

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Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft rechnet für das kommende Jahr nur mit einem mäßigen Wachstum im Freistaat. Man werde es nicht schaffen, bis zum Jahresende wieder auf das Niveau vor der Corona-Krise zurückzukehren.

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Konjunkturprognose Bayern 2021: vbw erwartet geringes Wachstum

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft rechnet für das kommende Jahr nur mit einem mäßigen Wachstum im Freistaat. Man werde es nicht schaffen, bis zum Jahresende wieder auf das Niveau vor der Corona-Krise zurückzukehren.

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Von
  • Margit Siller
  • Leonie Thim

Um 3,0 Prozent werde die Wirtschaft in Bayern zulegen und das auch nur unter der Bedingung, dass es ab dem Frühjahr keine wesentlichen coronabedingten Einschränkungen mehr gebe, prognostiziert die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Die Wirtschaft starte geschwächt in den Januar, nach einem Minus von 6,5 Prozent in diesem Jahr. Bayern sei in die Rezession gerutscht und der Teil-Lockdown im November sowie die verschärften Einschränkungen in der Weihnachtszeit hätten die Konjunktur zusätzlich gebremst.

Prognose: Schwaches Winterhalbjahr

Wegen der gestiegenen Infektionszahlen erwarten die Volkswirte insgesamt ein schwaches Winterhalbjahr, die Produktionsentwicklung werde leicht rückläufig sein. Ursachen seien nicht nur der Lockdown im Inland, sondern auch, dass die Nachfrage im Ausland nachlasse. Die Wirtschaft in zahlreichen Regionen sei durch die Corona-Infektionen im Herbst und Winter geschwächt worden.

Brexit, Handelskonflikte und Klimaziele bleiben Herausforderungen

Der bayerische Arbeitgeberpräsident Wolfram Hatz begründet den vorsichtigen Ausblick vor allem damit, dass Bayern als exportstarkes Bundesland besonders unter der Zurückhaltung bei den Investitionen leiden werde. Wie sich die Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich entwickeln werden, sei kaum absehbar.

Weitere Herausforderungen sind für die vbw-Spitze die schwelenden Handelskonflikte, der Umbau in der Auto- und Zulieferindustrie sowie die, "höchst ambitionierten Klimaziele der EU", erklärte Hatz. Darüber hinaus stünde die bayerische Wirtschaft, allen voran die Industrie, vor strukturellen Herausforderungen wie der Digitalisierung und der Dekarbonisierung.

Unterschiedliche Aussichten für verschiedene Branchen

Die Lage in den einzelnen Branchen sei höchst unterschiedlich. So erwartet in der für Bayern wichtigen Metall- und Elektroindustrie nur jedes zweite Unternehmen, dass am Jahresende 2021 das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen sei. Darüber hinaus erwartet die vbw, dass sich die Konjunktur nicht gleich zum Beginn des neuen Jahres erholt.

Mit einer "nachhaltigen Abschwächung der Pandemie" rechnet vbw-Präsident Hatz erst ab dem Frühjahr "angesichts des dann wärmeren Wetters und der zu erhoffenden Erfolge der Impfungen". Dann sei auch ein "stärkerer konjunktureller Erholungseffekt für die meisten Branchen zu erwarten."

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