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Containerhafen
© dpa-Bildfunk/Franck Robichon

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Elisabeth Pongratz
© dpa-Bildfunk/Franck Robichon

Containerhafen

Die internationalen Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltwirtschaft machen Deutschland schwer zu schaffen. Im vierten Quartal schwächelten die Exporte so sehr, dass die wirtschaftliche Leistung insgesamt stagnierte. Wirtschaftsexperten hatten ursprünglich mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet.

In den drei Monaten zuvor war die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent sogar geschrumpft - das erste Mal seit Anfang 2015. Hätte diese negative Entwicklung bis Ende 2018 angehalten, wäre Deutschland in eine Rezession geraten. Und die gab es zuletzt zum Jahreswechsel 2012/2013.

"Deutschland ist mit einem blauen Auge davongekommen." Andreas Scheuerle, Dekabank

Internationaler Gegenwind

Anfang des vergangenen Jahres gab es zunächst einen schwungvollen Start ins erste Halbjahr. Doch dann wirkten sich die allgemeine schwächere Weltwirtschaft und die zunehmenden Handelskonflikte mit den USA negativ auf die größte europäische Volkswirtschaft aus. Hinzu kamen unerwartete Probleme der deutschen Autoindustrie mit der neuen Abgasnorm WLTP - Die Produktionen wurden gedrosselt, Autos weniger verkauft. Das Niedrigwasser wiederum behinderte die Binnenschifffahrt, etwa auf dem Rhein. Außerdem sorgt die Unsicherheit rund um den Brexit für heftigen Gegenwind.

Stärkere Nachfrage im Inland

Positiv wirkten sich die Investitionen der Unternehmen aus, sie flossen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vor allem in Bauten, Maschinen und andere Ausrüstungen. Daneben gaben die Verbraucher mehr Geld für den Konsum aus. Außerdem erhöhte der Staat zum Jahresende deutlich seine Konsumausgaben, sie flossen unter anderem in soziale Sachleistungen und in die Gehälter der Mitarbeiter.

Niedriges Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone

Der fehlende Schwung aus Deutschland wirkt sich auch auf die Wirtschaft in der Euro-Zone aus. Das Bruttoinlandsprodukt legte zwischen Oktober und Dezember 2018 lediglich um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in einer Schnellschätzung mitteilte. Im Sommer noch hatte es um 0,2 Prozent zugelegt, nach einem Plus von 0,4 Prozent im Frühjahr. Mit der Flaute hat sich das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone nun auf dem niedrigsten Niveau seit vier Jahren eingependelt.