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Kommt das Amazon-Verteilzentrum nach Memmingerberg? | BR24

© dpa-Bildfunk/ Foto: Sebastian Kahnert

Kommt das neue Verteilzentrum von Amazon nach Memmingen?

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    Kommt das Amazon-Verteilzentrum nach Memmingerberg?

    Der Versandriese will künftig vom Allgäu Airport ausliefern. Die Fläche für das geplante Verteilzentrum in Memmingerberg gehört den Kommunen. Warum die Pläne schon jetzt Kritik hervorrufen.

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    Von
    • Anna Klein
    • Christian Wagner

    Vier Hektar groß ist die Fläche in der Nähe des Memminger Flughafens, auf welcher der Versandriese aus den USA ein Verteilzentrum errichten will. In einem solchen Verteilzentrum werden Pakete aus größeren Logistikzentren nachts angeliefert und für die anschließende Zustellung an die Kunden sortiert. Amazon prüft derzeit die Möglichkeit, ein solches Verteilzentrum in der Region um Memmingen zu eröffnen. An der Entscheidung darüber sind auch Allgäuer Kommunen beteiligt.

    Grundstücksgeschäft sollte Flughafen retten

    Dass neben dem Landkreis Unterallgäu noch weitere Kommunen über den Verkauf der Flächen mitberaten, liegt an einem Grundstücksgeschäft, das einst den finanziell angeschlagenen Allgäu Airport retten sollte. Für mehrere Millionen Euro hatten damals mehrere Allgäuer Kommunen, Banken und die Allgäu Airport GmbH im Zusammenschluss die Flächen gekauft und zu Gewerbegrundstücken gemacht.

    Nächtlicher Frachtverkehr befürchtet

    Am Montag will der Unterallgäuer Kreistag in einer nicht-öffentlichen Sitzung über den Verkauf der Gewerbeflächen beraten. Die Grünen im Gremium sprachen sich im Vorfeld bereits deutlich gegen das Geschäft aus, da sie durch die Nähe zum Flughafen nächtlichen Frachtverkehr befürchten. Offiziell spielt die Nähe zum Allgäu Airport keine Rolle für die Standort-Entscheidung.

    Amazon zwischen Affinität und Aversion

    Für Landrat Alexander Eder von den Freien Wählern hat die Ansiedelung von "flugaffinem Gewerbe" einiges für sich, wie er dem BR mitteilte. Das Thema sei aber auch mit "negativen Emotionen" verbunden. Der ÖDP-Kreisverband Kempten bezeichnete das Vorhaben als "wirtschaftlichen Kannibalismus": Amazon bedrohe nur die heimische Geschäftswelt, sondern würde auch einen Großteil seiner Steuern im Ausland abführen, sodass in der Region keine Gelder blieben, so Michael Hofer von der ÖDP. Auch im Landkreis Oberallgäu regt sich Widerstand: Die Grünen dort sehen die Arbeitsbedingungen des Logistik-Konzerns kritisch und ein Verteilzentrum als Gefahr für den Einzelhandel und die regionale Entwicklung.

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