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Knaus Tabbert geht an die Börse | BR24

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Während Autohersteller coronabedingt unter Absatzrückgängen leiden, boomt die Nachfrage nach Reisemobilen und Wohnwagen und erreicht neue Rekorde. Der Schwung kommt gerade recht für den geplanten Börsengang von Knaus Tabbert.

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Knaus Tabbert geht an die Börse

Während Autohersteller coronabedingt unter Absatzrückgängen leiden, boomt die Nachfrage nach Reisemobilen und Wohnwagen und erreicht neue Rekorde. Der Schwung kommt gerade recht für den geplanten Börsengang von Knaus Tabbert mit Sitz in Niederbayern.

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Gestern ging in Düsseldorf die Leitmesse der Caravan-Branche zu Ende, der Caravan-Salon. Die Stimmung war gut, die Nachfrage ist weiter gestiegen. Davon profitiert auch der niederbayerische Hersteller Knaus Tabbert mit Hauptsitz in Jandelsbrunn im Kreis Freyung-Grafenau. Er will am 23. September an die Börse gehen. Die Preisspanne für die Aktien liegt bei 58 Euro bis 74 Euro. Die Angebotsfrist beginnt heute.

Knaus Tabbert glaubt an die Zukunft

Bereits während der Düsseldorfer Messe äußerte man sich bei Knaus Tabbert hochzufrieden mit der Geschäftsentwicklung. Der Boom in der Campingbranche sei ungebrochen, besonders kastenförmige Reisemobile, die sogenannten CUVs, sind demnach gefragt. Bei dem Unternehmen aus Jandelsbrunn in Niederbayern spricht man bereits von Kapazitätsengpässen und da man davon ausgeht, dass der Trend anhält, wird in Ungarn demnächst ein neues Werk errichtet. Dort sollen vor allem die begehrten CUVs gebaut werden. Zum Jahresende ist der Baubeginn für die neue Fabrik vorgesehen. Das Geld soll von der Börse kommen.

Finanzinvestoren machen Kasse

Das Unternehmen bietet rund fünf Millionen Aktien an, damit würde der Börsengang bis zu 366 Millionen Euro bringen. Allerdings soll davon nur ein kleiner Teil in die Firma investiert werden, und zwar 20 bis 25 Millionen Euro, der weitaus größere Teil des Erlöses geht an die niederländischen Finanzinvestoren, die vor Jahren bei Knaus Tabbert gekauft und saniert haben. Dem Plan zufolge bleiben sie aber auch nach dem Börsengang Mehrheitsaktionär. Beabsichtigt ist der Einstieg in den Prime Standard der Frankfurter Börse.

Im vergangenen Jahr stellte Knaus Tabbert mit rund 3.000 Mitarbeitern 26.000 Reisemobile und Wohnwagen her und erzielte dabei einen Umsatz von 780 Millionen Euro sowie ein operatives Ergebnis von 64 Millionen Euro.

Campingbranche boomt

Der Trend zum Urlaub im Reisemobil, Caravan oder Zelt bleibt ungebrochen. Er hat allein der deutschen Tourismusbranche im vorigen Jahr einen Umsatz von 15 Milliarden Euro gebracht. Das seien 18 Prozent mehr als 2016, teilte der Caravaning Industrie Verband (CVID) mit. Er beruft sich auf eine Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr an der Universität München.

Und der Boom ging auch in diesem Jahr weiter. Viele Menschen wollten wegen der Virus-Pandemie unabhängiger als sonst reisen, so eine Erklärung. Die Zahl neu zugelassener Wohnmobile lag laut CVID bis einschließlich Juli mit gut 50.000 fast 24 Prozent über dem Vorjahr.

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