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Klima-Proteste bei IAA: Merkel will Verkehrswende vorantreiben | BR24

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Merkels Rundgang auf der IAA blieb nicht von Protesten verschont. Während sie den BMW-Stand besuchte, wurde ein Demonstrant von der Bühne gezerrt. Merkel reagierte mit einer diplomatischen Rede.

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Klima-Proteste bei IAA: Merkel will Verkehrswende vorantreiben

Bundeskanzlerin Merkel hat auf der IAA in Frankfurt eine engere Zusammenarbeit zwischen Staat und Autoindustrie gefordert. An den Ständen von VW und BMW kam es derweil zu Protestaktionen. Am Nachmittag erklärte VDA-Präsident Mattes seinen Rücktritt.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen schnellen Ausbau der Ladestationen für E-Autos angekündigt. Bei der Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung sagte sie, die bundesweit rund 20.000 Ladepunkte reichten noch lange nicht. Die Branche stecke in der größten Umbruchphase seit der Entwicklung des Autos. Nur wenn Staat und Industrie eng zusammenarbeiteten, könne die Elektromobilität ein Erfolg werden.

"Wir können das schaffen, als Deutschland vorne mit dabei zu sein." Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bis 2022 soll entlang aller Autobahnen der neue Mobilfunkstandard 5G zur Verfügung stehen und zwei Jahre später auch entlang der Bundesstraßen, wie sie versprach. Die Technologie sei wichtig für neue digitale Funktionen in den Autos.

VDA gegen weitere Verschärfung der Klimaziele

Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), wandte sich gegen eine Verschärfung der bereits geltenden Klimaziele. Zunächst müsse das erledigt werden, was vereinbart worden sei. Während die Industrie Technologien zur Verfügung stelle, halte die notwendige Infrastruktur für alternative Antriebe nicht mit. Mattes nannte den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Lade-Infrastruktur und den Netzausbau als Beispiele.

Proteste zur Eröffnung

Während Volkswagen-Chef Herbert Diess der Bundeskanzlerin den VW-Stand zeigte, stiegen einige junge Menschen auf Auto-Dächer und entfalteten gelbe Transparente der Umweltorganisation Greenpeace, auf denen "Klimakiller" stand. Die Bundeskanzlerin zeigte sich unbeeindruckt und ging mit dem Tross weiter zum Stand der Volkswagen-Tochter Audi. Bei BMW wurde ein Aktivist von Greenpeace von Sicherheitsmitarbeitern am Betreten der Bühne gehindert und weggeführt. Für das Wochenende sind große Demonstrationen angekündigt.

Autobranche in der Kritik

Klimaschützer werfen der Autoindustrie vor, den Wandel zu emissionsfreier Elektromobilität nicht entschlossen genug voranzutreiben und weiter auf klimaschädliche Stadtgeländewagen (SUVs) zu setzen. Auch ist die Fortsetzung der IAA am Messestandort Frankfurt fraglich. Der veranstaltende VDA will mit seinen Mitgliedern am Donnerstag über mögliche Alternativen oder auch eine Fortführung in Frankfurt in veränderter Form sprechen.

VDA-Präsident Mattes hört auf

Am Nachmittag ließ Mattes in einer dürren Pressemitteilung des Verbandes seinen Rücktritt erklären. Der frühere Deutschland-Chef von Ford hört vor seinem Vertragsende auf. Bereits zum Jahresende legt er sein Amt nieder.

"Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), hat Präsidium und Vorstand des VDA darüber informiert, dass er das Amt des VDA-Präsidenten zum Jahresende 2019 niederlegen wird, um sich neuen Aufgaben zuzuwenden." VDA-Pressemitteilung

Schon seit längerem war Mattes in der Autoindustrie wegen seines Führungsstils kritisiert worden. Daneben warf man ihm auch vor, nicht gut genug in Berlin und Brüssel vernetzt zu sein. Als möglicher Nachfolger gilt der frühere EU-Kommissar Günther Oettinger.