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Kinderbonus: 300 Euro pro Kind - so läuft die Auszahlung | BR24

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Das Bundeskabinett hat in einer Sondersitzung Teile des von der Koalition vereinbarten Konjunkturpakets auf den Weg gebracht. Es beschloss den Kinderbonus von 300 Euro je Kind.

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Kinderbonus: 300 Euro pro Kind - so läuft die Auszahlung

Ein zentraler Punkt im Corona-Konjunkturpaket: Familien erhalten pro Kind 300 Euro. Bundestag und Bundesrat haben heute unter anderem den Kinderbonus verabschiedet. Wer das Geld bekommt und wann es ausgezahlt wird.

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Das Bundeskabinett hat Mitte Juni Teile des Corona-Konjunkturpaketes auf den Weg gebracht, heute haben die Beschlüsse Bundestag und Bundesrat passiert. Ein zentraler Punkt: der Kinderbonus in Höhe von 300 Euro pro Kind.

Kinderbonus: Auszahlung in zwei Raten

Das Geld soll in zwei Raten im September und Oktober gemeinsam mit dem Kindergeld ausgezahlt werden. Das heißt auch, dass kein zusätzlicher Antrag notwendig ist.

Auch Familien, deren Kinder noch nicht geboren sind, aber noch in diesem Jahr zur Welt kommen, erhalten das Geld. So werde der Kinderbonus für alle Kinder gewährt, die 2020 kindergeldberechtigt seien, sagte sie. Familienministerin Franziska Giffey sprach nach dem Beschluss Mitte Juni von einem "guten Tag für Familien".

Wer profitiert von dem Familienbonus?

Vor allem Bedürftige sowie Familien mit geringem und mittlerem Einkommen werden von dem Bonus profitieren. So wird das Geld nicht auf die Grundsicherung angerechnet, Empfänger von Sozialleistungen wie Hartz IV oder Wohngeld erhalten die 300 Euro in voller Höhe.

Zunächst einmal bekommt jede Familie mit Kindern den Familienbonus ausgezahlt. Das Geld wird aber bei der Abgabe der Steuererklärung mit dem Kinderfreibetrag verrechnet. Das heißt: Je höher das Einkommen der Eltern, desto weniger bleibt nach der Steuererklärung von der Extrazahlung übrig.

In voller Höhe bleiben die 300 Euro nur dann, wenn verheiratete Eltern mit einem Kind nicht mehr als 67.800 Euro Jahreseinkommen haben. Ab etwa 85.900 Euro Einkommen haben diese Eltern vom Kinderbonus gar nichts mehr.

Die Hoffnung ist, dass Familien das zusätzliche Geld ausgeben und so die Konjunktur in der Corona-Krise ankurbeln. Insgesamt soll die Maßnahme den Staat 4,3 Milliarden Euro kosten.

Hintergrund: Wer ist kindergeldberechtigt?

Eltern erhalten auf Antrag für ihre Kinder zwischen der Geburt und dem 18. Lebensjahr Kindergeld. Den Anspruch haben die Sorgeberechtigten, die mit dem Kind in einem Haushalt leben. Die Kindergeld-Zahlung kann bis zum 25. Lebensjahr verlängert werden, beispielsweise wenn sich das Kind dann noch in der Ausbildung oder im Studium befindet - auch wenn es dann nicht mehr im gemeinsamen Haushalt lebt. Weitere Voraussetzung für den Kindergeld-Bezug: ein Wohnort in Deutschland, einem anderen Land der EU, in Norwegen, Liechtenstein, Island oder der Schweiz.

Hintergrund: Wer erhält den Kinderfreibetrag?

Neben Kindergeld gibt es für Eltern den sogenannten Kinderfreibetrag bei der Steuer (2019: 7.620 Euro pro Kind). Dieser wird vom zu versteuernden Einkommen der Eltern abgezogen, wodurch sich die zu zahlende Steuer verringert. Das Finanzamt prüft bei Abgabe der Steuererklärung automatisch, ob die Eltern mehr vom Kindergeld oder Freibetrag profitieren. Bei Vielverdienern lohnt sich der Freibetrag mehr. Wem dennoch Kindergeld ausgezahlt wurde, der zahlt es über die Steuer zurück.

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