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Kfz-Gewerbe: Dieselkrise für viele Betriebe "existenzbedrohend" | BR24

© pa / dpa / Sebastian Kahnert

Preisreduzierter Gebrauchtwagen

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    Kfz-Gewerbe: Dieselkrise für viele Betriebe "existenzbedrohend"

    Die Dieselkrise setzt das Kraftfahrzeuggewerbe schwer unter Druck. Gebrauchtwagen mit Dieselmotor sind kaum noch zu verkaufen, der Restwert von Leasing-Dieseln fällt ins Bodenlose. Nun fordert die Branche Hilfe von der Politik

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    "Für viele Betriebe ist das existenzbedrohend", sagte Jürgen Karpinski, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

    "Wir haben zurzeit über 350.000 Euro 5-Diesel-Fahrzeuge auf unseren Höfen stehen mit einem Wert von 4,5 Milliarden Euro, die nur schwer verkäuflich sind. Das sind Verluste von Hunderten von Millionen für den Handel." Jürgen Karpinski, ZDK

    Außerdem stimmten die Restwerte bei Leasing-Autos, die zurück an den Handel gingen, nicht mehr: "Es gibt Abschläge von 10 bis sogar 50 Prozent." Die ohnehin niedrigen Margen gerieten für die meist mittelständischen Betriebe damit weiter unter Druck. Dazu kämen noch hohe Rabattzahlungen. "Wir müssen richtig Geld in die Hand nehmen. Aber die finanziellen Mittel der Betriebe sind begrenzt", sagte Karpinski.

    Politik soll Hardware-Nachrüstung durchsetzen

    Der ZDK-Präsident forderte mehr Unterstützung von der Bundesregierung:

    "Die Politik tut nichts für den sonst viel gerühmten Mittelstand. Wir fordern schon seit Beginn der Krise eine Nachrüstung der Hardware. Das ist möglich. Wir sprechen hier in der Hauptsache von Volumen-Fahrzeugen wie dem Golf oder dem Passat. Das würde enorm viel bringen. Dass das Geld kostet, ist uns klar." Jürgen Karpinski, ZDK

    Hardware-Nachrüstungen wären das entscheidende Signal, um die Dieselkrise zu beruhigen, so Karpinski.

    "Das würde die Restwerte stabilisieren, die Finanzlage der mittelständischen Betriebe stabilisieren und drohende Fahrverbote verhindern. Die Politik muss das verordnen." Jürgen Karpinski, ZDK

    Verbraucher sind verunsichert

    Die Verbraucher seien sehr verunsichert: " sagte Karpinski: "Der Kunde hat vor zwei Jahren im Vertrauen auf die Politik einen neuen Diesel gekauft. Und nun droht eine Enteignung".

    In der Bundesregierung ist umstritten, ob zur Senkung des Schadstoffausstoßes auch Umbauten direkt an den Motoren durchgesetzt werden sollen. Die Autohersteller lehnen diese als zu aufwendig und teuer ab. Das Image des Diesel ist schwer belastet. Gründe sind der Abgasskandal und drohende Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge in Städten. Die Neuzulassungen von Dieselfahrzeugen sind seit Monaten auf Talfahrt.