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Die IHK Würzburg-Schweinfurt und der unterfränkische Handelsverband sind erleichtert, dass die zunächst angekündigte Osterruhe von der Regierung wieder gekippt wurde. Die Umsetzung hätte für die Wirtschaft und den Handel viele Fragen aufgeworfen.

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Keine Osterruhe: Mainfrankens Handel und Wirtschaft erleichtert

Die IHK Würzburg-Schweinfurt und der unterfränkische Handelsverband sind erleichtert, dass die zunächst angekündigte Osterruhe von der Regierung wieder gekippt wurde. Die Umsetzung hätte für die Wirtschaft und den Handel viele Fragen aufgeworfen.

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Von
  • Patrick Obrusnik
  • Katja Ortlauf

"Uns fällt ein Stein vom Herzen." Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt, Ralf Jahn, die Entscheidung, die Osterruhe wieder zu kippen. Das Ruhetags-Szenario sei "ein schlechter April-Scherz" und eh nicht umsetzbar gewesen, so Jahn im BR-Interview. Die Bundeskanzlerin hat zuvor die Entscheidung zum verschärften Oster-Lockdown doch wieder gekippt. Angela Merkel sprach von einem "Fehler", für den sie die Verantwortung übernehme. Jahn sagte, er bewundere die Kanzlerin, die die Verantwortung allein übernehme, obwohl es eine Gemeinschaftsentscheidung mit allen Ministerpräsidenten gewesen sei: "Aber die ducken sich weg. Das ist bemerkenswert."

IHK: Ruhetagszenario hätte sich nicht umsetzen lassen

Aus Sicht der Wirtschaft sei die Entscheidung, die Osterruhe wieder zu kippen, "ungemein wichtig, denn dieses Ruhetagszenario hätte sich praktisch gar nicht umsetzen lassen", so der IHK-Chef: "Wie soll bitte ein Produktionsunternehmen – mit Rücksicht auf Lieferketten und Terminverpflichtungen – kurzfristig die industriellen Produktionsanlagen anhalten? Wie soll ein Logistikunternehmen kurzfristig umdisponieren? (…) Fragen über Fragen, die in der Kürze der Zeit bis zum Gründonnerstag überhaupt nicht zu beantworten gewesen wären." Zwar hätten die Unternehmen gerade in der Corona-Krise Flexibilität bewiesen und sich "wie ein Chamäleon" angepasst. Die Ruhetags-Regelung wäre ein "Überfall gewesen, den die Unternehmen nicht hätten stemmen können. Ein schlechter April-Scherz", so Jahn.

Wirtschaft fordert Impfturbo statt Notbremse

Ralf Jahn fordert, dass die Politik das Augenmerk auf wichtigere Themen lenkt: "Impfturbo statt Notbremse, endlich mal eine ambitionierte und richtige Testregie." Die Politik müsse klären, ob Unternehmen Schnelltests oder PCR-Tests in Eigenregie durchführen sollten. Und wenn ja, wie das Dokumentationsverfahren und die Datenübermittlung organisiert werden solle und wer die Kosten für diese Testungen trage.

Handel: Regelung hatten für Unverständnis gesorgt

Der unterfränkische Einzelhandel ist ebenfalls erleichtert, dass die zunächst angekündigte "Osterruhe" von der Regierung wieder gekippt wurde. Ursprünglich war angedacht den Gründonnerstag und den Karsamstag wie Feiertage zu behandeln. Nur am Samstag hätten Lebensmittelläden öffnen dürfen. "Die Tage vor Ostern sind für den Handel sehr wichtig", so Volker Wedde, Bezirksgeschäftsführer vom Handelsverband Unterfranken. Die zuvor angedachte Ruhetags-Regelung habe Unverständnis beim Handel ausgelöst. "Mit der Aufhebung können wir ganz klar besser leben", so Wedde weiter. Die Lebensmittelläden hätten Warteschlagen vor ihren Läden befürchtet und den geschlossenen Geschäften hätte man das Ostergeschäft zunichtegemacht, so Wedde.

Öffnungszeiten: Kunden blicken nicht mehr durch

Insgesamt seien die schnellen und kurzfristigen Beschlüsse schwierig für den Handel. Es fehle nach wie vor die Planbarkeit. "Ein Hauptkritikpunkt ist zudem, dass eine Vielzahl an Kunden nicht mehr durchsteigt wann die Geschäfte offen haben und wann nicht", so Wedde. Die Regelungen seien zu unübersichtlich. "Wir hätten uns eine flächendeckende Öffnung gewünscht."

Nach wie vor schreibe die große Masse im unterfränkischen Handel Minus. Die bisherigen Maßnahmen, wie beispielsweise Click and Meet, seien zwar eine Hilfestellung für den Handel, aber keinesfalls als Ersatz zu sehen. Der Bayerische Handelsverband fordert neben den Inzidenzwerten auch andere Parameter, wenn es darum geht wieder Regelungen zu verschärfen – beispielsweise die Belegung der Intensivbetten mit einzubeziehen.

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