BR24 Logo
BR24 Logo
Wirtschaft

Kassenbons: Ausdruck wird Pflicht ab 2020 | BR24

© BR/Ralf Schmidberger

Viele von uns kennen es vom Italienurlaub: bei jedem Eis wird dem Käufer ein Kassenbon in die Hand gedrückt. Ab dem neuen Jahr wird es auch in Deutschland so sein. Es gilt dann eine Ausdruckpflicht für alle Firmen. Das Ziel: Steuerbetrug verhindern.

10
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Kassenbons: Ausdruck wird Pflicht ab 2020

Viele von uns kennen es vom Italienurlaub: bei jedem Eis wird dem Käufer ein Kassenbon in die Hand gedrückt. Ab dem neuen Jahr wird es auch in Deutschland so sein. Es gilt dann eine Ausdruckpflicht für alle Firmen. Das Ziel: Steuerbetrug verhindern.

10
Per Mail sharen
Teilen

Ob Haare schneiden oder Bratwurst verkaufen: der Friseur und die Imbissbude müssen künftig immer einen Kassenbeleg ausdrucken. Ob ihn der Kunde haben will oder nicht. Schon jetzt werden deutschlandweit täglich Millionen Bons ausgedruckt. Ab dem neuen Jahr werden es noch mehr sein. Der Gesetzgeber will damit Steuerhinterziehung und Umsatzsteuerbetrug eindämmen.

Handel gegen Neuregelung

Beim Bayerischen Handelsverband kritisiert man die neue Regelung. Viele Händler versuchen, den Papierverbrauch einzudämmen, und fragen die Kunden, ob sie den Beleg brauchen, und drucken ihn erst dann aus. Künftig sind sie aber zum Ausdruck verpflichtet.

Ich halte das für Schwachsinn. Nur 5 Prozent der Kunden nehmen den Bon mit. Wir produzieren nur mehr Müll und Papier, das wir eigentlich nicht verbrauchen wollen. Christian Dell, Supermarktleiter

Alternative: Kassenbon-Apps

Eine Quittung darf vom Gesetz her aber auch digital erfolgen. Einige Firmen - darunter das Regensburger Startup Anybill - entwickeln deshalb spezielle Apps. Damit kann ein Kassenbon dann einfach auf das Smartphone des Kunden übertragen werden – ohne Ausdruck. Der Vorteil: es ist umweltfreundlich, kostengünstig für den Händler und der Kunde hat alle Belege – und braucht sie nicht umständlich suchen, etwa bei einer Reklamation.

Unsere Vision ist, Papier einzusparen, das Zettelchaos zu vermeiden und einfach mehr Ordnung zu schaffen. Lea Frank Anybill

Gläserner Kunde

Verbraucherschützer halten die digitale Speichermöglichkeit von Kassenzetteln durchaus für praktisch. Sie verweisen allerdings darauf, dass ein App-Betreiber ein komplettes Profil des Benutzers bekommt.

Die App-Firma weiß, welches Medikament ich in der Apotheke gekauft habe, und kann dann Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand ziehen. Julia Zeller, Verbraucherzentrale Bayern

Solange sich die Firma an die Datenschutzgesetze hält, sei das kein Problem. Nur wenn nicht, könnte es unangenehm werden.

© BR24

Bald sollen wir nicht nur im Supermarkt, sondern auch in Apotheken, Eisdielen oder Kneipen einen Bon in die Hand gedrückt bekommen. Keine gute Idee...