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Kampf gegen Funklöcher: Neue Strategie beim Netzausbau | BR24

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Bundesinfrastrukturminister Andreas Scheuer (CSU) will das deutsche Mobilfunknetz auf Vordermann bringen und hat dazu einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt.

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Kampf gegen Funklöcher: Neue Strategie beim Netzausbau

Lücken beim aktuellen 4G-Funknetz, zu langsamer Aufbau der Nachfolgetechnik 5G: In Deutschland liegt beim Mobilfunk einiges im Argen. Der zuständige Minister Scheuer will das ändern. Sein Fünf-Punkte-Plan sieht Anreize und Bußgelder vor.

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat in einem Fünf-Punkte-Plan dargelegt, wie er den Netzausbau in Deutschland vorantreiben möchte. Scheuers sogenannte Mobilfunkstrategie sieht unter anderem "Weiße-Flecken-Auktionen" vor. Dabei sollen bisher unversorgte Gebiete zusammengefasst und neu ausgeschrieben werden. Der Netzbetreiber, der den Zuschlag für ein entsprechendes Gebiet bekommt, soll auch eine Förderung des Bundes erhalten.

"In unserem Land muss unterbrechungsfreies Surfen und Telefonieren selbstverständlich werden." Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister

Schnellerer Aufbau von Handymasten

Eine der wesentlichen Hürden für ein lückenloses mobiles Internet sieht der Bundesminister im zu langsamen Aufbau neuer Sendestationen. Deshalb sollen nun öffentliche Grundstücke bereitgestellt und der Bau von Handymasten schneller genehmigt werden. Die Behörden sollen künftig maximal vier Monate für ihre Entscheidung Zeit bekommen.

Trotz aller Investitionen gibt es nach wie vor Bereiche mit schlechter Handy- und Internetversorgung. Am Freitag hatten Bund und Mobilfunkbetreiber einen zusätzlichen Mobilfunk-Ausbau vor allem in ländlichen Regionen vereinbart. Ein Vertrag sieht vor, dass bis Ende 2021 in jedem Bundesland 99 Prozent der Haushalte mit LTE - auch 4G genannt - versorgt werden. Bisher sind die Betreiber verpflichtet, bis Ende 2019 mindestens 98 Prozent der Haushalte mit schnellem mobilem Internet abzudecken.

5G-Ausbau bis 2021 in zehn Städten

Erklärtes Ziel ist es zudem, bis ins Jahr 2021 in mindestens zehn deutschen Städten den neuen, schnellen Mobilfunkstandard 5G etabliert zu haben. Scheuer will dabei nicht nur locken, sondern auch Druck aufbauen. Unternehmen, die ihre Zusagen beim Netzausbau nicht einhalten, werden stärker zur Kasse gebeten. Die Bußgelder betragen derzeit bis zu 100.000 Euro, sie können in Zukunft bis zu einer Million Euro oder bis zu zwei Prozent des Jahresumsatzes betragen.