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Kampf gegen Cyberangriffe - Expertentreffen am Flughafen München | BR24

© BR/Sabina Wolf

IT-Sicherheitsexperten sind am Münchner Flughafen zusammengekommen, um Strategien gegen Cyberkriminelle zu besprechen.

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Kampf gegen Cyberangriffe - Expertentreffen am Flughafen München

Die Zahl der Cyber-Angriffe nimmt stetig zu. Millionen Attacken auf Bürger, Wirtschaft und Infrastruktureinrichtungen wie den Münchner Flughafen führen Hacker täglich aus. Sicherheitsexperten haben dort tagelang über Abwehrstrategien beraten.

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Sicherheitsbehörden und Wirtschaftsexperten haben sich in den vergangenen Tagen auf Einladung des Münchner Flughafen getroffen, um Angriffsszenarien bei Cyberattacken durchzuspielen. Schauplatz dafür war das neue IT-Konferenzzentrum des Airports, das Information Security Hub ISH.

Bei den Simulationen kommt es besonders auf eines an, erklärt Marc Lindike, der IT-Sicherheitschef des Flughafens: "Die Bösen arbeiten schon zusammen, die Guten noch nicht. Und wir als Flughafen München haben den idealen Ort, wo man zusammenkommen kann, um Informationen auszutauschen über Angriffe, um miteinander zu lernen und sich zu vernetzen, um gemeinsam Bayern, Deutschland und Europa sicherer zu machen."

Kaum Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen

Wirtschaft und Infrastruktureinrichtungen sollen sich über Angriffe austauschen, um damit Bedrohungen besser abzuwehren. Denn Unternehmer teilen ihre Analysen darüber bisher zu wenig. Ihre Befürchtung: Sind sie einmal als Cyber-Opfer öffentlich bekannt, so gälte ihre IT als unsicher.

Der ehemalige israelische Geheimdienstchef Yuval Diskin ist sich sicher: Ein Austausch über Risiken und Bedrohungslagen ist zum Wohl aller Firmen:

"Meine Vision ist, diese zwei Welten zu verbinden. Das Wissen über die gegnerische Seite und das Wissen darüber, was innerhalb von Firmen und Organisationen passiert." Yuval Diskin, Israel Security Agency a.D.

Der IT-Experte Eugene Kaspersky fordert nicht nur mehr Sicherheit, sondern Cyber-Immunität: "Immunität heißt, dass die Kosten von Cyber-Angriffen höher sein sollen, als der mögliche Schaden. Angreifer sollen mehr ausgegeben haben, als sie durch den Angriff erzielen", so Diskin.

43 Milliarden Euro Schaden für die Industrie durch Cyber-Angriffe

Wie schnell man Opfer eines Cyber-Angriffes werden kann, musste erst Ende vergangenen Jahres der Münchner Maschinenbauer KraussMaffei feststellen. Unbekannte hatten Schadsoftware in das System des Unternehmens eingeschleust und damit die Steuerung lahmgelegt. Erst nach Wochen konnte KraussMaffei das Problem beseitigen und wieder mit voller Leistung arbeiten.

Nur ein Fall von vielen. Der IT-Verband Bitkom und das Bundesamt für Verfassungsschutz haben gemeinsam 500 Unternehmen befragt. Das Ergebnis ihrer Hochrechnung: Der deutschen Industrie ist in den vergangenen zwei Jahren durch Cyber-Angriffe ein Schaden von 43 Milliarden Euro entstanden.