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Kahlschlag bei Brose: Bayerns Autoindustrie in der Krise | BR24

© BR/Sandra Jozipovic

Der Autozulieferer Brose will in den nächsten drei Jahren 2.000 Stellen streichen. Auch bei Continental in Roding und Bosch in Bamberg fallen Stellen weg. Ein zentraler Bereich der bayerischen Wirtschaft rutscht in die Krise.

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Kahlschlag bei Brose: Bayerns Autoindustrie in der Krise

Der Autozulieferer Brose will in den nächsten drei Jahren 2.000 Stellen streichen. Auch bei Continental in Roding und Bosch in Bamberg fallen Stellen weg. Es ist mehr als nur eine konjunkturelle Krise, die Autoindustrie steht vor einem Umbruch.

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Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat es vor kurzem auf den Punkt gebracht und gesagt "Wenn das Automobil wegbricht, können wir das Licht ausschalten." Denn die Autoindustrie mit Herstellern und Zulieferern beschäftigt in Bayern 208.000 Menschen und erwirtschaftet 106 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Hiobsbotschaften im Wochentakt

Doch nun verkünden die Unternehmen Hiobsbotschaften im Wochentakt. Das liegt am Umbau hin zur Elektromobilität. Erschwerend kommt die schwächelnde Konjunktur hinzu. In der deutschen Industrie läuft es so schlecht wie seit der Finanzkrise von vor zehn Jahren nicht mehr. In der gesamten Privatwirtschaft deutet sich deshalb ein Abschwung an.

Autoindustrie reagiert auf schwache Konjunktur

Auch die Autobauer spüren die Rezession. Allerdings können sie durch verschiedene Maßnahmen die Probleme abfedern. Als Erstes beenden sie Zeitarbeitsverträge. Sie fahren zum Beispiel Nachtschichten herunter. Zudem bauen die Beschäftigten ihre in der Hochphase massig angefallenen Überstunden ab. Anderen werden Angebote für Altersteilzeit oder Frührente gemacht.

Autozulieferer in der Krise

Läuft es bei den Autoherstellern schlecht, spüren das sofort auch die Zulieferer. Es trifft nicht nur Continental in Roding, sondern auch Bosch in Bamberg oder ZF Friedrichshafen. Bei Bosch in Bamberg wurden die sozialverträglichen Maßnahmen bereits weitgehend ausgeschöpft. Dort werden vor allem Dieselkomponenten hergestellt. Dieselmotoren sind aber immer weniger gefragt.

E-Mobilität wirbelt Branche durcheinander

Der Reifenhersteller und Autozulieferer Continental plant den radikalen Umbau und will weltweit 20.000 Stellen streichen. Das hat aber nicht nur konjunkturelle Gründe. Der Konzern aus Hannover überlegt, den kompletten Bereich "Antriebsstrang" zu verkaufen oder an die Börse zu bringen.

Das hat auch mit dem Umbau hin zur Elektromobilität zu tun. Der Elektromotor braucht weniger Komponenten als der aufwendige Dieselmotor. Alle Zulieferer, die Getriebe, Hochdruckpumpen oder Einspritzanlagen herstellen, werden dies spüren. Wie Center Automotive Research (CAR) der Uni Essen Duisburg ermittelte, werden bis 2030 in Deutschland fast 234.000 Jobs in der Automobilindustrie wegfallen. Auch wenn 109.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze für Ingenieure oder Mechatroniker hinzukommen werden, ist doch eines klar: Der Umbau der Autoindustrie hat erst begonnen.

Staatsregierung will Autoindustrie stärken

Die bayerische Staatsregierung will nun gegensteuern und hat im Rahmen Ihrer kürzlich vorgestellten Hightech-Agenda auch einen Automobilfonds in Höhe von 120 Millionen Euro vorgesehen. Dazu gehören unter anderem 7.000 Ladesäulen für die E-Mobilität und die Förderung von Leichtbau-Technik. Außerdem sollen bis zu 50.000 Arbeitnehmer aus der Automobilbranche weitergebildet werden. Bei der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft heißt es, dies sein ein klares Signal für den Automobilstandort Bayern.

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2.000 Arbeitsplätze will der Autozulieferer Brose in den nächsten drei Jahren streichen. An den Standorten Bamberg, Hallstadt, Coburg und Würzburg sollen es einige Hundert sein. Das Unternehmen will auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten.