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Käthe-Wohlfahrt-Insolvenz: Schock für Rothenburg | BR24

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Für Rothenburg ob der Tauber ist das Insolvenzverfahren des Weihnachtsartikelherstellers Käthe Wohlfahrt ein Schock. Das sagt Rothenburgs Oberbürgermeister Markus Naser (FW). Er fordert Novemberhilfen für Einzelhändler.

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Käthe-Wohlfahrt-Insolvenz: Schock für Rothenburg

Für Rothenburg ob der Tauber ist das Insolvenzverfahren des Weihnachtsartikelherstellers Käthe Wohlfahrt ein Schock. Das sagte Rothenburgs Oberbürgermeister Markus Naser (FW) im Interview mit dem BR. Er fordert Novemberhilfen für Einzelhändler.

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Von
  • Anja Bühling

Das Traditionsunternehmen Käthe Wohlfahrt hat seinen Sitz in der mittelfränkischen Stadt Rothenburg ob der Tauber und ist mit Abstand der größte Einzelhändler in der dortigen Altstadt. Nun hat der Weihnachtsartikel-Händler Insolvenz beantragt. "Damit ist das natürlich ein Fanal nicht nur für Käthe Wohlfahrt als Firma, sondern für den Zustand in der Rothenburger Altstadt an sich", so OB Markus Naser.

Insolvenz von Käthe Wohlfahrt ein Schlag ins Gesicht

Die Nachricht wirke wie ein Schlag ins Gesicht, "dass ausgerechnet jetzt kurz vor Weihnachten DER Weihnachtshändler Käthe Wohlfahrt in dieses Rettungsschirmverfahren gehen muss." Naser betonte auch die emotionale Komponente und bestätigte, dass das Unternehmen eng mit dem Rothenburger Tourismusbüro weltweit um Touristen geworben habe. "Und diese Zusammenarbeit besteht natürlich weiterhin." Denn die Hoffnung sei, dass das Unternehmen diese schwierige Zeit überstehe.

Tourismus leidet stark in der Corona-Zeit

Die Corona-Zeit ist laut Naser für die vom Tourismus geprägte Stadt die schwierigste Zeit "seit dem Zweiten Weltkrieg". Die jetzige Situation betreffe ja nicht nur Käthe Wohlfahrt in Rothenburg sondern alle Einzelhändler in vom Tourismus abhängigen Gebieten. Deshalb fordert er für genau diese auf den Tourismus angewiesenen Einzelhändler Novemberhilfen, wie es sie für die Gastronomie und Hotellerie schon gibt. Denn das Übernachtungsverbot komme in der Stadt, die normalerweise eine halbe Million Übernachtungen jährlich zählt, einem Todesstoß für die Rothenburger Einzelhändler gleich.

Einzelhändler fordern mehr Finanzhilfen

Die bislang geplanten staatlichen Finanzierungshilfen für den Einzelhandel greifen bei Umsatzeinbußen von mindestens 30 Prozent. Bund und Länder hatten in Aussicht gestellt, den Einzelhandel mit Milliardenhilfen zu unterstützen. Dennoch fordern Einzelhändler mehr Finanzhilfen. Im Vorfeld der Münchner Runde im BR-Fernsehen gab ein Einzelhändler beispielsweise zu bedenken, dass viele im Handel knapp unter besagter 30-Prozent-Grenze lägen und somit durchs Raster fielen.

Auch andere Einzelhändler in Rothenburg ob der Tauber unter Druck

Der Dezember, so Naser, ist in der als Weihnachtsstadt bekannten Stadt normalerweise der umsatzstärkste Monat im ganzen Jahr. Fällt der total weg, stehen viele Einzelhändler vor demselben Problem wie Käthe Wohlfahrt.

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