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Kabinengewerkschaft Ufo droht neue Streiks bei der Lufthansa an | BR24

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Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa hat die Kabinengewerkschaft Ufo mit Streiks nach Weihnachten gedroht. Nach den Feiertagen seien kurzfristige Streikaufrufe möglich. Das teilte Ufo nach Gesprächen mit der Lufthansa und Schlichtern mit.

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Kabinengewerkschaft Ufo droht neue Streiks bei der Lufthansa an

Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa hat die Kabinengewerkschaft Ufo mit Streiks nach Weihnachten gedroht. Der nächste Streikaufruf könne jederzeit erfolgen. Das teilte Ufo nach Gesprächen mit der Lufthansa und Schlichtern mit.

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Der lange Tarifstreit zwischen den Flugbegleitern und der Lufthansa schwelt weiter. Jetzt droht die Kabinengewerkschaft Ufo mit neuen Streiks. Kurzfristige Aufrufe zum Arbeitskampf in der Zeit nach Weihnachten seien jederzeit möglich, sagte ein Vertreter der Gewerkschaft. An den Feiertagen vom 24. bis 26. Dezember wolle Ufo jedoch auf Streiks verzichten.

Die Gewerkschaft und Lufthansa hatten am Wochenende unter Vermittlung von zwei Schlichtern verhandelt. Mit der Schlichtung einhergehen nun neue Streikdrohungen im Falle des Scheiterns. Im festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihrer Kabinengewerkschaft Ufo haben die Schlichter zuvor einen neuen Anlauf für eine Lösung gestartet. Die Gewerkschaft der Flugbegleiter hat in diesem Jahr schon mehrfach gestreikt.

Treffen mit Lufthansa-Vertretern und Schlichtern in Frankfurt

Die Schlichter, Ex-Arbeitsagentur-Chef Frank-Jürgen Weise und der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), sind am Sonntag in Frankfurt am Main nach Angaben aus Verhandlungskreisen mit beiden Tarifparteien zu einem neuerlichen Schlichtungs-Vorgespräch zusammengekommen. Bei dem Treffen sollte der Umfang der Themen für eine Schlichtung festgelegt werden.

Im Fall eines Scheiterns werde man weitere Streiks ankündigen, hatte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies schon vor den Gesprächen angekündigt. Dies könne sowohl die Lufthansa-Kerngesellschaft als auch vier weitere Airlines des Konzerns treffen, die unter deutsches Tarifrecht fallen.

Baublies nannte die Flugbetriebe Germanwings, Eurowings Deutschland, SunExpress Deutschland und Lufthansa Cityline.

Am Mittwoch waren alle Beteiligten nach einem ersten Treffen ohne greifbare Ergebnisse auseinander gegangen. Beide Seiten betonen, eigentlich eine möglichst umfassende Einigung mit einer Vielzahl tariflicher Themen anzustreben.

Anfang November waren 1.300 Lufthansa-Flüge wegen des Streiks der Gewerkschaft Ufo ausgefallen, in München wurden an zwei Tagen 500 Starts und Landungen abgesagt.

Lang andauernder Tarifkonflikt zwischen Ufo und der Lufthansa

Lufthansa und Ufo liegen schon seit rund einem Jahr im Streit. Die Gewerkschaft fordert für die Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse.

In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann. Nach einer Führungskrise mit Rücktritten bei Ufo weigerte sich das Unternehmen, den jetzt eingesetzten und nur noch aus zwei Personen bestehenden Vorstand als Verhandlungspartner anzuerkennen. Der Versuch der Airline, Ufo als nicht streikberechtigt einstufen zu lassen, scheiterte jedoch vor dem Arbeitsgericht Frankfurt, das den Lufthansa-Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen den Streik der Gewerkschaft Ufo ablehnte.