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Junge Rentenkommission greift Pläne der Bundesregierung an | BR24

© Beate Bastian, BR

Die Junge Rentenkommission kritisiert die Bundesregierung scharf und stellt Forderungen an das Bundessozialministerium.

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Junge Rentenkommission greift Pläne der Bundesregierung an

Der Wirtschaftsverband "Die Jungen Unternehmer" will die Rentenpolitik in Deutschland nicht den Älteren überlassen. Deshalb hat er die "Junge Rentenkommission" gegründet. Am Donnerstag übergibt diese ihre Forderungen ans Bundessozialministerium.

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Vielen Menschen in Deutschland droht Altersarmut - vor allem Frauen, aber auch Geringverdienern und Langzeitarbeitslosen. Dazu kommt der demografische Wandel. Der Anteil der älteren gegenüber den jüngeren Menschen wächst stetig, ebenso die Lebenserwartung. All diese Faktoren belasten die Sozialkassen. Ein junger Wirtschaftsverband hat sich zu Wort gemeldet. Er will die Rentenpolitik nicht länger den Älteren überlassen.

"Das Rentensystem ist eine tickende Zeitbombe"

Die Mitte 2018 vom Wirtschaftsverband "Die Jungen Unternehmer" gegründete "Junge Rentenkommission" besteht aus zehn jungen Leuten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Sie wollen sich beim Thema Rente einmischen, mitreden und Vorschläge machen. Das bestehende Rentensystem ist für ihre Vorsitzende, Sarna Röser, eine tickende Zeitbombe.

"Sie geht ganz klar zu Lasten der jungen Generation, zu Lasten aller Steuer- und Beitragszahler und spätestens wenn 2030 die Babyboomer in Rente gehen, droht uns wirklich das Ganze um die Ohren zu fliegen. Wir müssen klären: Wer soll das Ganze bezahlen und wie wollen wir das in Zukunft finanzieren?" Sarna Röser, Vorsitzende der Jungen Rentenkommission

Junge Rentenkommission lehnt Grundrente von Hubertus Heil ab

Die "Junge Rentenkommission" lehnt nicht nur die Forderung von Hubertus Heil nach einer Grundrente für alle mit 35 Versicherungsjahren ab, sondern ist auch gegen die Rente mit 63. Das eine helfe nicht gegen die Altersarmut, das andere entziehe dem Arbeitsmarkt zu viele Fachkräfte.

Schwarze Null soll nicht zu Rentengeschenken verleiten

Laut der "Jungen Rentenkommussion" ist die schwarze Null das Ergebnis günstiger Umstände und kluger politischer Entscheidungen. Man müsse dem Impuls widerstehen, das Geld mit vollen Händen auszugeben. Diesen Fehler hätte die Große Koalition bereits in ihrem Koalitionsvertrag mit dem Rentenpaket gemacht. Wiederholen solle sich dieser Fehler nicht.

Angleichung von Pensionen und Renten

Außerdem prangert die "Junge Rentenkommission" das unterschiedliche Versorgungsniveau von Renten und Pensionen an. Bund und Länder müssten endlich ausreichend Rücklagen bilden. Wie bei den Renten sollte sich auch die Höhe der Pensionen künftig nach dem Durchschnittseinkommen richten, so die Junge Rentenkommission.

Mehr Unterstützung bei der privaten Vorsorge

Ihrer Meinung nach sollte man Arbeitnehmer zudem viel mehr bei ihrer privaten Vorsorge unterstützen. Am Donnerstag soll das Konzept in Berlin beim Gipfel der Jungunternehmer vorgestellt werden. Nicht dabei: Bundesarbeitsminister Heil. Staatssekretär Rolf Schmachtenberg wird das Papier entgegennehmen.