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Jahresbilanz verschoben: Wirecard will Strafanzeige erstatten | BR24

© BR / Margit Siller

Der Zahlungsanbieter Wirecard aus der Nähe von München hat seine Jahresbilanz zum vierten Mal verschoben. Der Aktienhandel war zeitweise ausgesetzt. Wirecard kündigte Strafanzeige gegen unbekannt an.

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Jahresbilanz verschoben: Wirecard will Strafanzeige erstatten

Der Zahlungsanbieter Wirecard aus Aschheim bei München hat seine Jahresbilanz zum vierten Mal verschoben. Der Aktienhandel war zeitweise ausgesetzt. Wirecard kündigte Strafanzeige gegen unbekannt an.

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Der Zahlungsanbieter Wirecard aus Aschheim bei München hat die Veröffentlichung seines lange erwarteten Jahresabschlusses 2019 erneut verschoben, zum vierten Mal. Der Abschlussprüfer EY hat Wirecard ein Testat verweigert. Denn für 1,9 Milliarden Euro, die auf Treuhandkonten liegen sollen, haben die Wirtschaftsprüfer keine ausreichenden Nachweise gefunden. Darüber informierte EY den Zahlungsanbieter. Die Summe entspreche etwa einem Viertel der Konzernbilanzsumme.

Seit Wochen wird die Frage diskutiert, wie es sein kann, dass eine solch hoher Betrag auf Treuhandkonten liegt, auf die der Konzern zwar keinen direkten Zugriff habe, wie Kritiker bemängeln, deren Entstehung und Verbuchung aber offenbar nicht lückenlos zu klären sind.

Wirecard kündigt Strafanzeige gegen unbekannt an

Laut Wirecard bestehen Hinweise, dass ein Treuhänder falsche Saldenbestätigungen vorgelegt hat, um die Wirtschaftsprüfer zu täuschen. "Wir stehen im Austausch mit dem vor Ort anwesenden Treuhänder", erklärte Markus Braun, Vorstandsvorsitzender von Wirecard in einer Mitteilung. "Frühere erteilte Bestätigungen der Banken wurden vom Wirtschaftsprüfer nicht mehr anerkannt. Alle Beteiligten sind um schnellstmögliche Aufklärung bemüht. Ob betrügerische Vorgänge zum Nachteil der Wirecard AG vorliegen, ist derzeit unklar", erklärte Markus Braun weiter.

Der Dax-Konzern will im Bilanzskandal Strafanzeige gegen unbekannt erstatten. Das Unternehmen sehe sich als mögliches Opfer eines "gigantischen Betrugs".

Neuer Termin unklar

Wann der Jahresbericht vorgelegt werden kann, ist damit weiter unklar. Wirecard muss nach eigener Aussage bis zum 19. Juni 2020 einen testierten Jahres- und Konzernabschluss veröffentlichen, sonst könnten dem Zahlungsanbieter Kredite in Höhe von circa zwei Milliarden Euro gekündigt werden.

Fallende Wirecard-Aktien

Die Wirecard-Aktie fiel zwischenzeitlich um 50 Prozent und war zeitweise vom Handel ausgesetzt. Der Aktienkurs des Unternehmens war in den vergangenen Monaten bereits von massiven Schwankungen betroffen und immer wieder deutlich eingebrochen.

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