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Investoren übernehmen Zahnarztpraxen - leidet die Qualität? | BR24

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Finanzinvestoren übernommen zunehmend Zahnarztpraxen. Berufsverbände warnen, dass Kapitalgesellschaften die Rendite weit stärker in den Mittelpunkt stellen, als Zahnmediziner, die ihre eigene Praxis führen. Darunter könnte die Qualität leiden.

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Investoren übernehmen Zahnarztpraxen - leidet die Qualität?

Finanzinvestoren übernommen zunehmend Zahnarztpraxen. Berufsverbände warnen, dass Kapitalgesellschaften die Rendite weit stärker in den Mittelpunkt stellen, als Zahnmediziner, die ihre eigene Praxis führen. Darunter könnte die Qualität leiden.

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Der Besuch beim Zahnarzt ist grundsätzlich keine schöne Angelegenheit. Das Vertrauen in den Arzt spielt für viele Patienten eine entscheidende Rolle. Noch ist es in Deutschland der Normalfall, dass eine Zahnarztpraxis auch von einem Zahnmediziner betrieben wird, der die Verantwortung für die Qualität der Behandlungen in seiner Praxis übernimmt.

700 zahnmedizinische Versorgungszentren in Hand von Kapitalgesellschaften

Das Modell eines Zahnmediziners, der seine eigene Praxis betreibt, wird aber zunehmend abgelöst. Alleine in Bayern gibt es inzwischen 158 zahnmedizinische Versorgungszentren, hinter denen große Kapitalgesellschaften stehen. Bundesweit ist die Zahl der sogenannten ZMVZ auf rund 700 angewachsen.

Patienten haben das Nachsehen

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns KZVB spricht von einer "Industrialisierung" der Versorgung, die zulasten der Patienten gehe. Denn die zahnmedizinischen Groß-Einrichtungen siedeln sich vor allem in den Ballungszentren an. Dadurch geriete die wohnortnahe Versorgung auf dem Land in Gefahr, warnt die KZVB. Außerdem habe die Erfahrung in anderen Ländern wie Spanien und Frankreich gezeigt, dass bei großen Dental-Ketten die Behandlungsqualität schlechter sei.

Forderungen an die Politik

Die Betreiber von zahnmedizinischen Versorgungszentren weisen diesen Vorwurf als unbegründet zurück. Trotzdem fordern KZVB und auch die Bayerische Landeszahnärztekammer von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, er solle Kapitalgesellschaften noch engere Grenzen setzen. Beschränkungen, die der CDU-Politiker bereits auf den Weg gebracht hat, seien nicht ausreichend.

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