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International boomen Serien | BR24

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Serienboom

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International boomen Serien

Irgendwann waren es einmal "Dallas" und "Denver", aber auch "Breaking Bad" oder "House of Cards". Derzeit ist es "Game of Thrones" oder "Babylon Berlin", die viele regelmäßig vor den Bildschirm locken. Was machen gute Serien aus?

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Dramen, Thriller, Krimis, Science-Fiction und Komödien aus Spanien, Israel, der Ukraine, Norwegen, Kroatien und Bayern. Von der BR-Serie "Hindafing" bis zur spanischen Daily-Soap "Cuentame como pasó". Der unermüdliche Content-Hunger von Netflix, Amazon & Co. hat die Produktion weltweit kräftig angekurbelt.

In München gibt es das Seriencamp

Deutlich spürt das Gerhard Maier, der vor fünf Jahren das jährliche Seriencamp in München mit ins Leben gerufen hat. Er erforscht als Co-Gründer und Kurator des Serienfestivals "Seriencamp" die sich rapide verändernde Kunst- und Medienlandschaft. "Wir sehen das nicht nur in Europa, sondern ganz stark auch in Wachstumsmärkten wie China, Korea. Im ersten Jahr des Seriencamps waren es knapp 140 Serien, in die wir reingeschaut haben oder die ich gesichtet habe, um das Programm zusammenzustellen. Dieses Jahr waren es knapp 340", sagt Gerhard Maier.

Fluch und Segen ist das nicht nur für ein Festival. Der Markt wird größer, die Konkurrenz aber auch und das Publikum anspruchsvoller, sagt Marcus Ammon, verantwortlich für die Eigenproduktionen beim Pay-Sender Sky.

"Um Finanzierungen zusammenzustellen, die mit Produktionen aus dem Ausland High-End-Drama aus den USA, aus England in Konkurrenz treten wollen, muss man tiefer in die Tasche greifen, als dass man das aus Deutschland, von deutschen Serien gewohnt war." Marcus Ammon, Sky Deutschland

Alleine sind Serien nicht mehr zu stemmen

Dafür braucht man Partner, wie sie Sky beispielsweise in der ARD für "Babylon Berlin" gefunden hat. Die bisher teuerste deutschsprachige Serie geht im Januar in die dritte Staffel und wurde in mehr als 35 Länder verkauft. Untertitel sind kein Hindernis mehr für internationalen Erfolg, dennoch hat die Münchner Mediengruppe "Leonine", zusammen mit der italienischen RAI, die Serienfassung von "Der Name der Rose" mit internationaler Besetzung auf Englisch produziert, unter der Verantwortung von Cosima von Spreti.

"In meinem Bereich der Koproduktionen der Kofinanzierungen ist natürlich ein ganz klarer Appell in die internationale Serie auch, also, dass man wirklich aktiv Projekte sucht, die eben nicht nur in Deutschland funktionieren können, sondern die wir auch weltweit vertreiben können." Head of Co-Financing and Co-Productions bei Leonine

Doch was sind das für Stoffe?

Cosima von Spreti ist der Meinung, dass man es schaffen muss, eine tolle Geschichte zu erzählen. Die müsse jedoch schon beim Machen berühren, so die Finanzmanagerin der Münchner Mediengruppe. Marcus Ammon von Sky Deutschland meint, es müssten universelle Geschichten sein, die sich aber auch bei uns platzieren lassen. Lokalkolorit ja, wie in der hochgelobten deutschen Netflix-Original "Dark", aber eigentlich soll so etwas überall passieren können. Gibt es also neben Weltkrieg, Weimarer Republik und Stasistaat nichts originär Deutsches, was international interessiert?

Auch der ORF dreht Koproduktionen

Der ORF hat offenbar noch einen österreichischen Stoff gefunden: "Freud". Die erste Netflix-Co-Produktion des Senders dreht sich um die Jugendjahre des Begründers der Psycho-Analyse. "Ein Ritt durch das Unbewusste", nennt es Katharina Schenk, Leiterin der Hauptabteilung Fernsehfilm. Die Serie, die 2020 zu sehen sein wird, sei anders erzählt als für einen Programmplatz im TV, jenseits von Genre-Grenzen.

"Dass das Partner braucht, ist, glaube ich, in Zeiten wie diesen klar. Ich glaube die Zeit, wo ein Öffentlich Rechtlicher Sender wirklich alles in Auftrag und mit sich selber herstellen kann, ist vorbei. Es ist aber gleichzeitig auch eine unglaubliche Chance in einem Koproduktions-Verhältnis zu sein, weil, wir haben eine Zeit, wo viele Stimmen ein komplexeres und ein bunteres und ein heutigeres Lied singen können." Katharina Schenk, Leiterin ORF-Fernsehfilmchefin