BR24 Logo
BR24 Logo
Wirtschaft

Innovative Ideen in der Transportbranche | BR24

© BR/Wolfram Schrag

Sauber, geräuscharm und bestens vernetzt, so soll der Paketdienst in Zukunft aussehen. In München präsentieren auf der Messe Transport Logistic über 2.300 Aussteller ihre innovativen Lösungsansätze, damit die Verkehrsbelastung weiter reduziert wird.

1
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Bildergalerie
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Innovative Ideen in der Transportbranche

Sauber, geräuscharm und bestens vernetzt, so soll der Paketdienst in Zukunft aussehen. In München präsentieren auf der Messe Transport Logistic über 2.300 Aussteller ihre innovativen Lösungsansätze, damit die Verkehrsbelastung weiter reduziert wird.

1
Per Mail sharen
Teilen

Wir sind Weltmeister in Sachen Logistik! Die Weltbank hat Deutschland 2018 zum dritten Mal in Folge zum Top-Standort unter 160 Ländern gekürt. Nirgendwo sonst wird so viel in die Entwicklung neuer Logistik-Konzepte gesteckt. Kein Wunder, denn der Lieferverkehr nimmt seit Jahren stetig zu, auf den Autobahnen wird es immer voller, die Innenstädte kämpfen gegen die Feinstaubbelastung.

Oberstes Ziel: Emissionen reduzieren

Auf der Transport- und Logistikmesse in München stellen bis Freitag mehr als 2.300 Aussteller aus 64 Ländern ihre innovativen Lösungsansätze vor. Unter anderem geht man der Frage nach: wie sieht moderne, digital vernetzte Logistik aus und wie lassen sich Emissionen im Güterverkehr reduzieren? Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer betonte in seiner Eröffnungsrede, Waren müssten effizient, bezahlbar und klimafreundlich von A nach B gebracht werden. Es gelte, ein klares Signal für den Klimaschutz zu setzen.

Von Lastenrad bis Transportdrohne

Es gibt bereits die vielfältigsten Ansätze: Paket-Transport per Lastenrad zum Beispiel. Der Paketzustelldienst UPS liefert bereits 97 Prozent aller Pakete in der Münchner Innenstadt mit Lastenrädern aus, betreibt hier mit 21 Radzustellern die weltgrößte Fahrradniederlassung. Pro Tag sind das 2.000 Kundenkontakte, sogenannte Stopps, allein in der Innenstadt, bei Wind und Wetter. Die Räder sind auf Radwegen, in Einbahnstraßen und auf kleinen Nebenwegen unterwegs und sind so sehr viel schneller, geräuschlos und emissonsfrei beim Kunden. Zwölf konventionelle Dieselfahrzeuge konnten deshalb in München eingespart werden, so ein UPS-Sprecher.

© UPS/Peter Blösl

UPS-Fahrer im Schnee 2018

© UPS / Peter Blösl

Lastenräder bringen in München auch bei Neuschnee Pakete zum Kunden

© UPS / Peter Blösl

UPS-Zusteller im Schnee

Elektromotor und leise Fahrer - Die lautlose Nachtzustellung

Um den Verkehr tagsüber in den Innenstädten zu reduzieren, schlägt das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik vor, die Lieferungen in die Nachtstunden zu verlegen. Andreas Gade hat dafür ein Logistikkonzept erarbeitet, das nächtliche Lieferungen möglich machen soll. Neben alternativen Antrieben sei aber auch die Schulung der Fahrer sehr wichtig.

"Es fängt wirklich vorne an beim Motor, da setzen wir auf Elektromobilität. Dann geht es weiter über Fahrerschulungen. Das heißt: die Türen sollen möglichst nicht geknallt werden, das Radio sollte möglichst leise sein, die Kühlung muss möglichst geräuscharm gestaltet werden." Andreas Gade, Fraunhofer-Institut IML

Ein erster, fünfwöchiger Praxistest in Köln verlief offenbar positiv. Noch fehlt es aber an Infrastruktur, schnelleren Genehmigungsverfahren und vor allem Elektrofahrzeugen. Woran es nicht mangelt, sind innovative Ideen, wie der Transport von Waren über unterirdische Rohrleitungen.

Leergut über Rohrleitungen entsorgen

Der "Smart City Loop" soll die Güter auf Lastenträgern von Lagerplätzen am Stadtrand zu Auslieferungsdepots in der Innenstadt befördern und umgekehrt. Leergut könnte so zum Beispiel mühelos aus der Stadt gebracht werden. Die Lösung könnte auch ein städtisches Seilbahnnetz sein. Vorbild ist hier das größte urbane Seilbahnnetz der Welt im Großraum der bolivianischen Hauptstadt La Paz.

Alles gute kommt von oben - die autonome Luftzustellung

Intensiv wird auch an der Nutzung von Lieferdrohnen geforscht. Wichtige Dokumente oder Arzneimittel könnten so schneller zum Kunden gebracht werden. Für die Stadtbelieferung durch die Luft seien allerdings noch viele rechtliche Fragen zu klären, räumt die Universität Duisburg-Essen ein. Auch sei der Volocopter, ein autonom fliegendes Lufttaxi, noch längst nicht serienreif. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, wird parallel an der Weiterentwicklung bestehender Konzepte, wie autonomes Fahren und Solartechnik zur Verminderung von Kraftstoff, gearbeitet.

Für die Herausforderungen der urbanen Logistik gibt es viele Ideen und Lösungsansätze. Den für alle Städte gültigen Masterplan wird es allerdings vorerst nicht geben.