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Beschäftigter in der Werkzeugproduktion
© dpa-Zentralbild/Michael Reichel
© dpa-Zentralbild/Michael Reichel

Beschäftigter in der Werkzeugproduktion

Viele Betriebe in Bayern arbeiten mit angezogener Handbremse, weil ihnen Fachkräfte fehlen. Laut einer Studie sind es in Bayern 350.000 Spezialisten und Spezialistinnen, die den Unternehmen im Jahr 2025 fehlen werden. Bayerns Staatsregierung und die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) haben im vergangenen Oktober die „Initiative Fachkräftesicherung+“ ins Leben gerufen. Das Ziel sind 250.000 zusätzliche Fachkräfte bis 2023. Gelingen soll das vor allem durch die Qualifizierung von Mitarbeitern.

Konkrete Maßnahmen gegen Fachkräftemangel

Heute stellten Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft und die Bundesagentur für Arbeit, die über die Regionaldirektion Bayern an dem Projekt beteiligt ist, konkrete Maßnahmen vor.

Bayern habe quasi Vollbeschäftigung, so Wirtschaftsminister Aiwanger. Damit dieser Schwung der guten Auftragslage mitgenommen werde, laute seine Devise: Mobilisieren, qualifizieren und automatisieren.

“Das bedeutet, noch vorhandenes Arbeitskräftepotenzial zu aktivieren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterzubilden und mit Hilfe der Digitalisierung und Robotik gerade auch in den Bereichen, wo Fachpersonal fehlt, Arbeit durch Maschinen erledigen zu lassen.“ Hubert Aiwanger, Bayerischer Wirtschaftsminister

Nur so könne Bayern wettbewerbsfähig bleiben.

Beratungsangebot für Unternehmen

Wichtigster Punkt der Initiative ist ein Beratungsangebot für Unternehmen. Eine sogenannte Taskforce mit zehn Ansprechpartnern, verteilt auf alle sieben Regierungsbezirke, soll Unternehmen konkrete Unterstützung anbieten.

„So wurden für knapp 400 Beschäftigte Qualifizierungsmaßnahmen aufgesetzt und erste Fachkräfte in Beschäftigung vermittelt. Weiterer Schwerpunkt ist die Beratung, zum Beispiel zu den neuen Fördermöglichkeiten durch das Qualifizierungschancengesetz.“ Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer vbw

Qualifizierung zu Digitalisierungspädagogen

In einem weiteren Projekt sollen Jugendliche, bei denen die Vermittlung in den Arbeitsmarkt problematisch ist, die aber über gute digitale Kompetenzen verfügen, auf ihrem Weg in eine Ausbildung unterstützt werden.

Zudem sollen Mitarbeiter in Unternehmen zu „Digitalisierungspädagogen“ qualifiziert werden. Ihre Aufgabe ist es, die Digitalisierung in ihren Unternehmen zu begleiten, insbesondere wenn es um die Qualifizierung der Mitarbeiter geht.

Wie Unternehmen konkret unterstützt werden können, zeigt das Beispiel des Logistikunternehmens Wedlich in Bayreuth. Im Rahmen der Initiative konnten mit und für das Unternehmen Qualifizierungen auf den Weg gebracht werden, die nach dem Qualifizierungschancengesetz gefördert werden konnten.

Da das Unternehmen in den kommenden Jahren mehr 12-Tonnen-LKW einsetzen will, anstatt der bislang üblichen 7,5-Tonner, benötigen mehrere Fahrer einen speziellen Führerschein. Drei Mitarbeiter können diese Qualifizierung dank der Initiative nun in Angriff nehmen.

LKW einer Spedition, die durch die Initiative unterstützt wurde

LKW einer Spedition, die durch die Initiative unterstützt wurde