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© BR / Felix Lincke
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Georg Wenzel

Die Verbraucherpreise verteuerten sich 2020 wegen Corona im Schnitt nur um ein halbes Prozent, meldet das Statistische Bundesamt. Die Bundesregierung hatte zur Jahresmitte die Mehrwertsteuer gesenkt. Für 2021 erwarten Experten eine Gegenbewegung.

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Inflationsrate: Verbraucherpreise 2020 kaum gestiegen

Die Verbraucherpreise sind 2020 im Schnitt nur um ein halbes Prozent gestiegen. Ein Grund dafür ist die zeitweise niedrigere Mehrwertsteuer. Welche Preise gestiegen, welche gesunken sind und warum sich 2021 der Trend wohl umkehren wird.

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Von
  • Felix Lincke
  • Leonie Thim

Im vergangenen Jahr hat sich das Leben in Deutschland wegen der Corona-Pandemie so wenig verteuert wie seit 2016 nicht mehr. Die Inflationsrate lag 2020 im Schnitt nur bei 0,5 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Es bestätigte damit eine erste Schätzung von Anfang Januar. Einen geringeren Preisanstieg gab es in Deutschland zuletzt in der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009. Damals stiegen die Verbraucherpreise um rund 0,3 Prozent.

Die Experten gehen davon aus, dass die geringere Jahresteuerungsrate unter anderem damit zusammenhängt, dass die Bundesregierung im Juli vergangenen Jahres die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent gesenkt hatte, um Konsum und Wirtschaft anzukurbeln.

Im Dezember 2020 keine Preiserhöhung

Der Dezember war ein Monat ohne Preiserhöhungen, zumindest im statistischen Warenkorb. Die Verbraucherpreise stiegen nach Angaben des Statistischen Bundesamts gegenüber dem Vormonat November nicht, unter anderem, weil Geschäfte und Restaurant geschlossen wurden. Zum Vorjahresmonat ergab sich im Dezember sogar eine negative Inflationsrate von minus 0,3 Prozent. Es war der fünfte Monat in 2020 mit fallenden Preisen.

2020: Tanken günstiger, Nahrungsmittel teurer

Eine Schlüsselrolle spielen erneut die Energiepreise, die zum Teil vom internationalen Ölmarkt bestimmt sind. So war Tanken im vergangenen Jahr fast ein Zehntel billiger als im Jahr 2019 und Heizöl kostete sogar gut ein Viertel weniger. Stärker als der Durchschnitt stiegen vor allem die Preise für Nahrungsmittel. Laut Statistik waren sie durchschnittlich um 2,4 Prozent teurer als noch 2019. Wobei sich der Preisauftrieb im Jahresverlauf mit Senkung der Mehrwertsteuersätze abschwächte.

Steigendes Verbraucherpreise im Januar erwartet

Der Januar 2021 soll nun die Wende bringen, weil viele Preise und Gebühren etwa in der öffentlichen Verwaltung zum Jahreswechsel angepasst wurden an die alten Mehrwertsteuersätze. Ohne eine solche Erhöhung würden die Anbieter von Waren und Dienstleistungen schließlich Geld verlieren. Auf der anderen Seite lassen sich höhere Preise wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage bei den Kunden kaum durchsetzen.

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