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Inflationsrate steigt auf Zehn-Jahres-Hoch | BR24

© pa / dpa / mirafoto

Preisschilder in einer Obst- und Gemüseabteilung

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    Inflationsrate steigt auf Zehn-Jahres-Hoch

    Das Leben in Deutschland ist teurer geworden. Im Oktober kletterte die Inflationsrate nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf 2,5 Prozent. Es war der höchste Stand seit September 2008 - dem Jahr der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise.

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    Vor allem für Energie mussten die Verbraucher den Statistikern zufolge im Vergleich zum Vorjahresmonat tiefer in die Tasche greifen: Sie kostete 8,9 Prozent mehr als im Oktober 2017 und erwies sich damit einmal mehr als Preistreiber. Der Preis für 100 Liter Heizöl lag im bundesweiten Schnitt Anfang Oktober nach Angaben verschiedener Internet-Preisportale bei mehr als 82 Euro. Deutlich tiefer in den Geldbeutel greifen mussten auch Autofahrer. Laut ADAC erreichten die Spritpreise im Oktober einen Jahreshöchststand. Binnen Jahresfrist verteuerten sich Kraftstoffe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 14,8 Prozent.

    Nahrungsmittelpreise legen deutlich zu

    Klammert man Energie aus, hätte die Inflationsrate im Oktober bei nur bei 1,7 Prozent gelegen. Doch auch die Preise für Nahrungsmittel in Deutschland kletterten um 1,9 Prozent. Gemüse war mit gut neun Prozent sogar erheblich teurer als ein Jahr zuvor. Auch für Molkereiprodukte und Eier sowie Fisch und Fischwaren mussten die Verbraucher rund drei Prozent mehr zahlen. Auch Bier (+4,9 Prozent) sowie Mineralwasser, Limonaden und Säfte (+3,8 Prozent) kosteten mehr. Zeitungen und Zeitschriften wurden um 4,2 Prozent teurer. Günstiger wurden unter anderem Geräte der Unterhaltungselektronik (-4,7 Prozent) und Telefone (-3,3 Prozent).

    Zentralbank zögert bei Gegenmaßnahmen

    Im September betrug die Inflation noch 2,3 Prozent, im August hatte sie bei 2,0 Prozent gelegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) peilt in den Euro-Staaten eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent als ideal für die Konjunktur an. Sie dürfte die Werte in Deutschland daher mit Sorge sehen. Dennoch lässt sich die EZB bisher Zeit mit dem Ende ihrer Nullzinspolitik. Die Währungshüter streben zum Jahresende 2018 zunächst den Stopp neuer Anleihenkäufe an. Die Wende hin zu höheren Zinsen wollen sie frühestens im Herbst 2019 einläuten.

    Halten die Löhne Schritt?

    Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes sind die Löhne im Schnitt zuletzt noch stärker gestiegen als die Verbraucherpreise. Nach Abzug der Inflation hatten die Beschäftigten demnach im zweiten Quartal 0,5 Prozent mehr Geld in der Tasche als ein Jahr zuvor. Allerdings stiegen die Verdienste in einzelnen Branchen unterschiedlich stark - und wie die Entwicklung weiter geht, ist offen.