Einkaufswagen Supermarkt
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Speisefette und Speiseöle waren im Mai deutlich billiger als vor einem Jahr, die Preise für Butter fielen um rund 23 Prozent.

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Inflation: Diese Produkte sind jetzt wieder billiger

Die Inflation in Deutschland bleibt hoch. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei einigen Produkten gingen die Preise aber zurück – etwa für Butter oder Heizöl.

Über dieses Thema berichtet: Wirtschaft und Börse am .

Größter Preistreiber ist laut Statistischem Bundesamt längst nicht mehr die Energie. Es geht inzwischen vor allem um die Nahrungsmittel, die im Mai immer noch fast 15 Prozent mehr kosteten als vor einem Jahr. Besonders teuer sind Molkereiprodukte wie Milch, Quark, Käse mit einem Plus von etwa 28 Prozent sowie Brot und andere Getreideprodukte. Auch für Fisch und für Süßwaren wie Zucker, Marmelade oder Honig müssen Verbraucher mehr bezahlen.

Lebensmittel: Preissieger Butter

Speisefette und Speiseöle waren im Mai deutlich billiger als vor einem Jahr, die Preise für Butter mit entsprechenden Sonderangeboten fielen beispielsweise um rund 23 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat April gingen die Preise auch für frisches Gemüse zurück – um etwa 6 Prozent.

Energie: Billiges Heizöl, teures Erdgas

Der Preisanstieg für Energieprodukte hat sich deutlich abgeschwächt. Das liegt vor allem am Heizöl, das sich stark verbilligte und nun ein Drittel weniger kostet als nach Beginn des Ukraine-Kriegs. Die Preisbremsen der Bundesregierung für Strom, Erdgas und Fernwärme trugen zwar zu der Entwicklung bei, dennoch stiegen die Preise für viele andere Energieträger überdurchschnittlich: Erdgas kostete im Mai ein Viertel mehr als im Jahr zuvor, auch Brennholz, Pellets und andere feste Brennstoffe waren über 20 Prozent teurer. Die Kosten für Strom und Fernwärme stiegen um etwa 12 Prozent.

Mobilität: Kosten im Zug und im Auto gesunken

Bei den Mobilitätskosten gab durch das "Deutschlandticket" einen einmaligen Sondereffekt, der zu einer Senkung der Preise im öffentlichen Regional- und Personennahverkehr führte. Seit Anfang Mai kann das Ticket für 49 Euro gekauft werden, das einen Monat lang verbilligte Bahnfahrten in ganz Deutschland ermöglicht. Bezogen auf die Zeit vor der Ticketeinführung wirkte sich das wie eine kleine Preisbremse aus.

Im Bereich Verkehr fällt außerdem auf, dass Kraftstoffe vergleichsweise günstig bleiben mit einem Preisrückgang von etwa 14 Prozent zum Vorjahr. Das gilt insbesondere für Dieselkraftstoff, der im Mai binnen vier Wochen um 5,6 Prozent billiger wurde und etwa 21 Prozent weniger kostete als ein Jahr zuvor.

Wohnen: Stabile Mietpreise

Relativ stabil erwiesen sich erneut die Mietpreise gemessen an den Nettokaltmieten, die ohne die Energie und weitere Wohnnebenkosten gerechnet nur um rund zwei Prozent nach oben gingen gemessen am Vorjahr, und nur um 0,1 Prozent zum Vormonat.

Reisen: Weniger Chancen auf Last-Minute-Schnäppchen

Bei der Reiseplanung für den bevorstehenden Sommerurlaub ist inzwischen ein deutlicher Preisanstieg zu spüren. Aufs Jahr gesehen kosteten Pauschalreisen zwar nur 13,6 Prozent mehr als im Mai 2022. Kurzfristig zum Vormonat wurde aber deutlicher Anstieg um 2,6 Prozent gemessen. Viele Verbraucher haben längst gebucht, einige hoffen immer noch auf günstigere Reiseangebote. In der Branche erwartet man wegen der hohen Nachfrage und eines teilweise knappen Angebots wie bei Flügen und einigen Hotels einen weiteren Anstieg zur Hauptreisezeit. Die Chancen, kurz vor dem Urlaub per Lastminute noch schnell ein Schnäppchen zu machen, sind geringer als in den Zeiten vor Corona.

Kerninflation immer noch hoch: EZB will Zinsen erhöhen

Ohne Energie und Nahrungsmittel hätte die Inflationsrate im Mai bei 5,4 Prozent gelegt. Dass diese sogenannte Kerninflation weiter deutlich über der Marke von 5 Prozent liegt, macht der EZB große Sorgen. Das spricht dafür, dass die hohen Preise sich vorerst weiter verfestigen. Dem versucht die Notenbank mit höheren Zinsen zu begegnen, die sie diese Woche erneut erhöhen will.

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