BR24 Logo
BR24 Logo
Wirtschaft

Inflation auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren | BR24

© BR / Felix Lincke

Inflation auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren

3
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Inflation auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren

Gute Nachrichten für Verbraucher: Der Preisauftrieb hat sich 2019 verlangsamt. Mit 1,4 Prozent war die Inflation auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren - und damit weit entfernt vom Zwei-Prozent-Ziel, das die Europäische Zentralbank ausgegeben hat.

3
Per Mail sharen
Teilen

Durch die niedrige Inflationsrate haben viele Verbraucher mehr Geld in der Tasche. Denn viele Produkte des täglichen Lebens wurden nur moderat teurer und gleichzeitig liegen die Lohnsteigerungen seit Jahren über der Teuerungsrate.

Neben Energie wurden auch Nahrungsmittel nur wenig teurer

Die Energiepreise stiegen nur moderat. Heizöl wurde billiger und auch die Preise an den Tankstellen wurden günstiger. Da gleichzeitig aber die Gaspreise deutlich stiegen und auch Strom teurer wurde, legte Energie nur um 1,4 Prozent zu. Das ist bei weitem weniger als noch 2018, als die Energiepreise noch um 4,6 Prozent stiegen, so das Statistische Bundesamt. Auch Nahrungsmittel wurden gegenüber 2018 lediglich um 1,4 Prozent teurer. Doch auch hier gab es Unterschiede: Fleisch und Gemüse wurden deutlich teurer, Obst dagegen billiger.

Preiserhöhungen bei sozialen Einrichtungen

Zu den Preistreibern 2019 zählten Dienstleistungen von sozialen Trägern. Dazu gehören Alten- und Krankenpflegeeinrichtungen oder die Kindertagesstätten. Mehr mussten die Verbraucher auch für Autoreparaturen bezahlen. Außerdem verteuerten sich Tabakwaren und Druckerzeugnisse. Schnäppchen gab es hingegen vor allem bei Elektrogeräten und Telefonen.

Inflation wird auch 2020 niedrig bleiben

Verglichen mit dem Vorjahr schwächte sich der Anstieg der Teuerungsrate mit 1,4 Prozent noch einmal deutlich ab. 2018 lag sie laut den Wiesbadener Statistikern bei 1,8 Prozent. Und das wird laut Ökonomen auch in diesem Jahr so bleiben.

Nachteile einer niedrigen Inflation

Weitgehend stabile Preise freuen zwar die Verbraucher. Für Sparer sind sie ein Problem. Die Inflationsrate ist nämlich ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Die EUB strebt für den gesamten Euroraum mit seinen 19 Ländern mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Ihre Befürchtung: Würden die Preise dauerhaft niedrig oder gar sinken, könnte das Unternehmen und Verbraucher dazu verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen und eine Abwärtsspirale eröffnen. Deshalb hält sie das Zinsniveau auf Null und wird deswegen auch kritisiert.

Sparer verlieren bares Geld

Unter der seit November amtierenden EZB-Präsidentin Christine Lagarde ist jedoch eine Diskussion in Gang gekommen, ob es für die Handlungsfähigkeit der Notenbank nicht sinnvoller wäre, einen Korridor als Inflationsziel festzulegen.Dies vor allem deshalb wichtig, weil die Verbraucher bei der Verzinsung von Sparguthaben trotz niedriger Inflation erneut Verluste machten. Die Commerzbank hat ausgerechnet, dass der Realzins für Spareinlagen nach Abzug der Teuerung bei minus 1,3 Prozent lag. Die deutschen Sparer verloren demnach im letzten Jahr 30,3 Milliarden Euro an Kaufkraft mit ihren Bankeinlagen. Durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank haben die Sparer seit 2010 allein in Deutschland nach diesen Berechnungen 134,6 Milliarden Euro eingebüßt. Für jeden Bundesbürger sind das 1.638 Euro.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags bis zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!