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Infineon spürt schwache Auto-Konjunktur | BR24

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Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnete der Münchener Halbleiter-Konzern Infineon einen stagnierenden Umsatz und einen Einbruch seines operativen Gewinns. Nichts desto trotz blickt der Vorstand zuversichtlich in die Zukunft.

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Infineon spürt schwache Auto-Konjunktur

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnete der Münchener Halbleiter-Konzern Infineon einen stagnierenden Umsatz und einen Einbruch seines operativen Gewinns. Nichts desto trotz blickt der Vorstand zuversichtlich in die Zukunft.

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Infineon hat ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich. Der Münchener Halbleiterkonzern spürt die Flaute auf dem weltweiten Automarkt ebenso wie die allgemeine Konjunktur-Eintrübung. So legte zwar der Umsatz um 6 Prozent zu auf knapp 8 Milliarden Euro. Gleichzeitig aber schrumpfte der operative Gewinn leicht auf rund 1,3 Milliarden Euro.

Autoindustrie belastet

Für die weltweite Autoindustrie sind die Zeiten des Wachstums fürs erste vorbei. In diesem Jahr werden weltweit wohl 6 Prozent weniger Fahrzeuge produziert als im Vorjahr. Das ist an Infineon nicht spurlos vorbeigegangen. Nach Jahren, in denen es bei Infineon scheinbar ungebremst aufwärts ging ist Ernüchterung eingekehrt. Konzernchef Reinhard Ploss sagte bei der Vorlage der Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr, man spüre die weltweit schwache Automobilnachfrage deutlich. In fast jedem Auto finden sich nämlich Chips der Münchner. Sie steuern Fensterheber ebenso wie Motoren und Fahrassistenzsysteme. Laut Konzernchef Reinhard Ploss ist die aktuelle Entwicklung aber für Infineon nicht dramatisch. Der Trend zu immer mehr Elektronik in jedem Auto sei nämlich ungebrochen.

"Infineon hängt also nicht so sehr von der absoluten Zahl der Autos ab, die produziert werden, sondern lebt wesentlich stärker von mehr Elektronik im Auto." Infineon-Chef Reinhard Ploss

Verhaltener Ausblick für die kommenden Monate

Ploss erwartet in nächster Zeit allerdings keine Trendwende. Zwar laufen die Geschäfte mit Chips für Fahrassistenzsysteme nach wie vor gut. Doch bei Halbleitern für Elektro- und Hybridautos gab es einen spürbaren Dämpfer. Unter anderem, weil in China – dem weltweit wichtigsten Markt für E-Autos – Förderprogramme ausliefen. Dazu kommen quer durch alle Sparten die Folgen der diversen Handelskonflikte und der politischen Unsicherheiten, die generell auf der Weltkonjunktur lasten. Entsprechend vorsichtig ist Infineon auch beim Ausblick. Der Konzern rechnet im schlimmsten Fall sogar mit einem leichten Rückgang seiner Umsätze. Sollte es gut laufen, dann sollen die Geschäfte im neuen Jahr um bis zu fünf Prozent wachsen. Diese Vorsicht bekommen voraussichtlich auch die Aktionäre zu spüren. Die Dividende soll unverändert bei 27 Cent je Aktie bleiben.

Optimistisch für die Zukunft

Auch wenn der Ausblick für die kommenden Monate verhalten ausfällt, mittelfristig werde es wieder deutlich aufwärts gehen, gibt sich Ploss optimistisch. So verweist der Infineon-Chef auf positive Einzeltrends. So habe man nach langen Bemühungen endlich als Lieferant einen Fuß in der Tür der früher abgeschotteten japanischen Auto-Industrie.