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Vier ehemalige Mitarbeiter des Druckmaschinenherstellers KBA wurden der Industriespionage beschuldigt. Nun wurde der Strafprozess eingestellt.

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    Industriespionage bei KBA? Verfahren endet mit Geldauflagen

    Vier ehemalige Mitarbeiter des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer (KBA) mit Hauptsitz in Würzburg wurden der Industriespionage beschuldigt. Jetzt ist der Strafprozess vom Landgericht Stuttgart eingestellt worden – gegen Geldauflagen.

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    • BR24 Redaktion

    Wie ein Sprecher des Landgerichts Stuttgart am Dienstag (13.04.2021) der dpa bestätigte, muss der 62-jährige Hauptangeklagte 18.000 Euro zahlen. Ein weiterer Angeklagter muss 10.000 Euro zahlen. Bereits im Februar hatte das Landgericht die Verfahren gegen zwei weitere Angeklagte gegen Geldauflagen von 8.000 und 6.000 Euro eingestellt.

    Strafrahmen mittlerweile entschärft

    Als Grund für die Verfahrenseinstellungen nannte der Landgerichtssprecher einerseits die schwierige Beweisführung. Ferner seien gesetzliche Entschärfungen beim Strafrahmen für den Verrat von Geschäftsgeheimnissen zwischenzeitlich in Kraft getreten. Demnach fürchtete das Gericht, selbst bei einer letztlich ausreichenden Beweislage keine wesentlich härteren Strafen verhängen zu können.

    Anklage lautete auf Industriespionage

    Wie eine Sprecherin der Stuttgarter Staatsanwaltschaft zu Prozessbeginn dem BR mitgeteilt hatte, ging die Anklage von Straftaten des "Verrats von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen" sowie "unerlaubter Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke" aus. Bei den Beschuldigten handelte es sich nach Angaben der Staatsanwältin um zwei ehemalige Bereichsleiter und einen ehemaligen Mitarbeiter im Kundendienst. Hauptangeklagter war der frühere Kundendienstleiter von KBA MetalPrint. Der heute 62-Jährige war bis 2008 Chef der Kundendienstsparte. Ihm wird vorgeworfen, sich vor seinem Ausscheiden bei KBA im großen Stil Fertigungszeichnungen für Blechdruck-Maschinenkomponenten unrechtmäßig verschafft und bis 2014 in der von ihm gegründeten Konkurrenzfirma eingesetzt zu haben. Die anderen drei Angeklagten waren bei dieser Firma beschäftigt.

    Unternehmen stellte 2013 Anzeige

    Ursprünglicher Auslöser der Ermittlungen war eine Anzeige der Stuttgarter Koenig-&-Bauer-Tochter aus dem Jahr 2013. In der Folge kam es 2015 zu Durchsuchungen, schließlich wurde Anklage erhoben. Der Prozess gegen die ehemaligen KBA-Mitarbeiter begann im Dezember 2020.

    Koenig & Bauer ist eine Institution des deutschen Maschinenbaus. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Würzburg nimmt eigenen Angaben zufolge eine führende Position im Bereich der Blechdrucke ein.

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