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Individuelle Gesundheitsleistungen kritisiert

Selbstzahler-Leistungen bringen den Patienten nach Ansicht der Krankenkassen meistens keinen nachweisbaren Nutzen. Die Angebote könnten vielfach sogar schaden. Mehr als eine Milliarde Euro verdienten die Ärzte jedes Jahr damit.

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Der Medizinische Dienst des Kassen-Spitzenverbandes hat 41 dieser Individuellen Gesundheitsleistungen überprüft. Nur drei der so genannten IGel-Leistungen wurden „tendenziell positiv“ bewertet: Akupunktur zur Vorbeugung von Migräne, Lichttherapie bei depressiven Störungen und Stoßwellentherapie bei Fersenschmerz.

IGel-Leistungen bergen auch Risiken

Zu den häufigsten Risiken zählen laut den Kassen Fehlalarme bei Ultraschall der Eierstöcke und der Brust zur Krebsfrüherkennung. Die Gefahr sei, dass kleine Tumoren unnötig operiert werden. Keine oder nur geringe Hinweise auf einen Nutzen gebe es beim PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs sowie bei professioneller Zahnreinigung.

Neu untersucht hat der Medizinische Dienst ergänzende Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft, etwa das „Baby-Fernsehen“ in 3D. Das schade nicht - nutze bei Kosten zwischen 20 und 200 Euro aber auch nicht zusätzlich. Mehr als die drei Routine-Ultraschalluntersuchungen seien medizinisch nicht nötig, so die Experten.

Messung des Augeninnendrucks tendenziell negativ

Keine neuen Studien gebe es zur häufig angebotenen Messung des Augeninnendrucks zur Früherkennung des grünen Stars. Es bleibe bei der tendenziell negativen Bewertung. Denn die Messung habe nur eingeschränkte Aussagekraft. Patienten könnten verunsichert werden. Die Ärzte wehren sich gegen die Vorwürfe.

Es sei falsch, die Leistungen unter Generalverdacht zu stellen, sagt der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen. Im individuellen Patientenfall könnten IGeL durchaus medizinisch sinnvoll sein.