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In Europa sollen umweltschonende und sichere Batterien produziert werden. Eine wichtige Rolle dabei spielt ein Unternehmen aus dem Landkreis Lichtenfels. Es produziert Keramiken, die in noch relativ unbekannten Kochsalz-Batterien zum Einsatz kommen.

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In Redwitz wird an der Grünen Batterie mit Kochsalz geforscht

In Europa sollen umweltschonende und sichere Batterien produziert werden. Eine wichtige Rolle dabei spielt ein Unternehmen aus dem Landkreis Lichtenfels. Es produziert Keramiken, die in noch relativ unbekannten Kochsalz-Batterien zum Einsatz kommen.

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Von
  • Richard Padberg
  • BR24 Redaktion

Das Unternehmen Alumina Systems aus Redwitz an der Rodach im Landkreis Lichtenfels ist Teil eines EU-weiten Projektes zur Fertigung neuer Batterien. Diese basieren auf Natrium-Nickel-Chlorid, also Kochsalz, gelten als "Grüne Batterien" und sollen eine nachhaltige und kostengünstige Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien darstellen.

Neue Batterien können nicht brennen oder explodieren

Eine Natrium-Nickel-Chlorid-Batterie kann nicht brennen oder explodieren. In Kulmbach beispielsweise herrscht nach einem Brand - eines benzinbetriebenen Fahrzeugs - ein Parkverbot für Elektroautos in zwei Tiefgaragen der Stadt.

Die für Natrium-Nickel-Chlorid-Batterien notwendigen Rohstoffe könnten zudem unkritisch gewonnen werden, heißt es aus dem Bayerischen Wirtschaftsministerium. Außerdem könne die Batterie recycelt werden.

Zum Einsatz kommen können die stationären Energiespeicher beispielsweise in Einfamilienhäusern mit Photovoltaikanlagen oder in Solar-Parks und als Notstrom-Versorgung.

Natrium-Nickel-Chlorid-Batterien bisher nur in Nischen

Natrium-Nickel-Chlorid-Batterien sind bisher nur in einem speziellen Design verfügbar, welches in der Fertigung sehr teuer ist. Daher hat sich die Technologie bisher nicht durchgesetzt und wird nur für Nischenanwendungen eingesetzt. Das soll sich jetzt ändern.

Alumina Systems: Auf Keramik für Batterien spezialisiert

Herzstück einer Natrium-Nickel-Chlorid-Batterie ist eine keramische Zelle, die bei Temperaturen von rund 300 Grad Celsius mit verschiedenen Metallteilen und weiteren Keramiken verbunden werden muss. Die Herstellung der Keramik und die Verbindung der Werkstoffe über Hochtemperaturverfahren sei seit 1970 die Kernkompetenz von Alumina Systems, heißt es aus dem Unternehmen. Mit Hilfe des Unternehmens sollen die Batterien in Serienproduktion gehen und so auch viele Arbeitsplätze in Oberfranken geschaffen werden.

Ziel: Eine nachhaltige Wertschöpfung von Batterien in Europa

Alumina Systems aus Redwitz ist eines von insgesamt elf Unternehmen in Deutschland, das sich an dem EU-Projekt beteiligt und dafür nun mit 8,7 Millionen Euro gefördert wird.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) sagte dem BR bei der Übergabe des Bescheids, es wäre ein großer Durchbruch, wenn es gelingen würde, auch größere Energiemengen auf Basis der neuartigen Batterien speichern zu können. Ein nachhaltiges Batterieprojekt, wie das von Alumina Systems, könnte ein wichtiger Beitrag bei der Energiewende spielen, sagte Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin, bei der Übergabe.

Alumina Systems will jetzt Protoypen fertigen

Für den Geschäftsführer der Alumina Systems GmbH, Holger Wampers, ist die Förderung Auszeichnung und Auftrag zugleich. Jetzt gehe es darum, in die Prototypenfertigung einzusteigen. Dafür brauche man auch zusätzliches Personal und Maschinen, sagte Wampers dem BR.

Das Ziel: In Europa soll eine wettbewerbsfähige, innovative und nachhaltige Batterie-Wertschöpfungskette aufgebaut werden. Der Bund hat für den Aufbau der Batteriefertigung insgesamt rund drei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Für fünf Projekte in Bayern übernimmt der Freistaat 30 Prozent der Förderungen.

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Das Unternehmen Alumina Systems aus Redwitz an der Rodach im Landkreis Lichtenfels ist Teil eines EU-weiten Projektes zur Fertigung neuer Batterien.

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