Bei der Expo Real ist der Austausch im persönlichen Gespräch wieder möglich – dank 3G-Regel.

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Immobilienmesse Expo Real: Nach der Krise ist vor der Krise

Immobilienmesse Expo Real: Nach der Krise ist vor der Krise

Die Immobilienwirtschaft hat die Pandemie bisher gut verkraftet. "Back to business" heißt es aus der Branche. Doch mit dem Klimawandel ist die nächste Krise schon da. Wie sich die Immobilienwirtschaft dafür wappnen kann, steht im Fokus der Expo Real.

Grünbewuchs an der Außenfassade gegen Überhitzung, Wasserrückflussventile im Keller gegen Überschwemmungen oder Dachverstärkungen gegen Starkwinde: Solche Baumaßnahmen werden auf der Münchner Fachmesse Expo Real vorgestellt, damit sich Immobilienbesitzer auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten können.

Die betreffen die Branche schon heute, erklärt die Professorin für Immobilienmanagement an der Hochschule Buxtehude, Marion Peyinghaus: "Starkregenereignisse, wie wir das im Sommer gesehen haben oder Überhitzungen in den Innenstädten: Das sind alles Folgen, die durch den Klimawandel entstehen und die eben zu möglichen Schäden an den Gebäuden oder sogar Wertverlusten führen können."

Alternative Baustoffe sollen Betonbau ersetzen

Die Immobilien- und Bauwirtschaft ist mit rund 40 Prozent an den globalen CO2-Emissionen beteiligt. Besonders CO2-intensiv ist der Betonbau. Um diesen Anteil zu senken, wird auf der Immobilienmesse Expo Real auch diskutiert, wie alternative Baustoffe, zum Beispiel Holz, den Betonbau ersetzen können.

Klimaresilientes Wohnen: Mieter für fünf Prozent mehr Miete bereit

Mit diesen Maßnahmen gegen den Klimawandel kommen auf Mieter und Immobilienbesitzer weitere Kosten zu. "Klimaschutz kostet, lohnt sich aber auch", erklärt Peyinghaus. Die Branche gehe von höheren Instandhaltungskosten von ungefähr zwölf Prozent aus, die durch den Klimaschutz entstehen.

"Viele Mieter möchten in einer klimaschonenden Immobilie wohnen oder ein klimaresilientes Gebäude mieten", erklärt die Professorin. Umfragen zufolge seien die Mieter bereit, eine Mehrmiete von fünf Prozent für klimaresilientes Wohnen zu bezahlen.

Pandemie scheint für Immobilienwirtschaft überwunden

Was die Corona-Krise betrifft, so ist die Immobilienwirtschaft optimistisch: Die Stimmung könne man mit "Back to business" zusammenfassen, erklärt der Professor für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg, Tobias Just: "Die Branche befindet sich bereits nach der Pandemie. Auf den Immobilienmärkten findet die Pandemie nur noch auf wenigen Teilmärkten statt."

Mehr als 9.000 Teilnehmer aus 35 Ländern erwartet

Trotzdem ist die Corona-Pandemie auf der Expo Real präsent. Der Einlass erfolgt nur per 3G-Nachweis, der noch vor der Ticketkontrolle überprüft wird. Vor einem Jahr war daran noch nicht zu denken, als die Fachmesse wegen gestiegener Infektionszahlen spontan abgesagt wurde.

Für die diesjährige Expo Real haben sich mehr als 1.100 Aussteller angemeldet. Das sind rund 1.000 weniger als vor zwei Jahren. Erwartet werden mehr als 9.000 Teilnehmer aus 35 Ländern.

In München startet heute die "Expo Real" - Europas wichtigste Fachmesse für Immobilien und Investitionen.

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