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Immer mehr Selbstständige beantragen Grundsicherung | BR24

© dpa/pa/Andreas Gora

Euromünzen auf Antrag zur Sicherung des Lebensunterhalts

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    Immer mehr Selbstständige beantragen Grundsicherung

    Als Folge der Corona-Krise sind immer mehr Selbstständige auf staatliche Hilfe angewiesen: Zwischen April und September haben mehr als 81.000 zumindest vorübergehend Grundsicherung beantragt. Das sind mehr als zehn Mal so viele wie noch im Vorjahr.

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    Die Zahl der Selbstständigen, die aufgrund der Corona-Pandemie zwischenzeitlich Grundsicherung beziehen mussten, ist seit dem Frühjahr massiv in die Höhe geschossen. Insgesamt haben sich einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zufolge in den Monaten April bis September mehr als 81.000 Selbstständige neu arbeitssuchend gemeldet und zumindest vorübergehend Grundsicherung bezogen. Das seien gut 73.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Also ein Plus von mehr als 1.000 Prozent!

    Zehnmal so viele Selbstständige in der Grundsicherung wie 2019

    Die Zahlen gehen laut der Zeitung aus Daten der Bundesagentur für Arbeit hervor, die die Links-Fraktion abgefragt hat. Die meisten der betroffenen Selbstständigen arbeiten den Angaben zufolge in Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen, in sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen (jeweils rund ein Fünftel) sowie in Gesundheitsberufen (rund 16 Prozent). Der bisherige Höchststand im Juni habe bei gut 68.000 gelegen. Jetzt sind es also noch mal deutlich mehr. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 hat dieser Wert nie die Marke von 8.000 Personen überschritten.

    Linke fordert fiktiven Lohn von 1.200 Euro

    Linken-Sozialexpertin Sabine Zimmermann konstatiert: "Inhaberinnen und Inhaber kleiner Unternehmen und Solo-Selbstständige waren schon vor Corona häufig arm. Die Corona-Pandemie trifft sie zusätzlich sehr hart, besonders im Kultur- und Gaststättenbereich." Die bisherigen Unterstützungsleistungen reichten nicht aus, meint Zimmermann: "Nötig wäre vor allem ein fiktiver Unternehmerlohn in Höhe von 1.200 Euro, der den Lebensunterhalt sichert, ohne dass die betroffenen Selbstständigen Hartz IV beziehen müssen."

    Probleme: Viele Selbstständige nicht in Arbeitslosenversicherung

    Mittelfristig brauche es eine Lösung innerhalb des Sozialversicherungssystems. Die Pandemie habe gezeigt, "dass Selbstständige wirtschaftlichen Einbrüchen schutzlos ausgesetzt sind, weil die meisten nicht arbeitslosenversichert sind", sagte die Linken-Abgeordnete. "Sie müssen zu vernünftigen Bedingungen in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung einbezogen werden."

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