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Online-Putzdienste im Check
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Lisa Wurscher
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Online-Putzdienste im Check

Monika Schacht ist Reinigungsexpertin. Gemeinsam mit ihrer Tochter ist sie Inhaberin einer Münchner Reinigungsfirma mit rund 80 Mitarbeitern. Da die Firma ausschließlich für gewerbliche Kunden putzt, steht sie nicht in Konkurrenz zu Putzdiensten für private Haushalte. Mithilfe der Expertin hat mehr/wert, das BR-Magazin für Wirtschaft und Soziales, Online-Putzportale getestet.

Testobjekt war eine Wohnung im Dachgeschoss, zwei Zimmer, 65 Quadratmeter. Stichprobenartig wurden drei Anbieter ausgewählt: Happy Maids, Helpling und Book A Tiger. Worauf geschaut wurde: erstens Hygiene und Sauberkeit, zweitens Preis-Leistungs-Verhältnis, drittens Fairness gegenüber Mitarbeitern und Kunden. Worauf es nämlich beim Putzen ankomme:

"Wichtig ist an erster Stelle die Sauberkeit. An zweiter Stelle die Hygiene, dass man keinen WC-Lappen mit einem anderen verwechselt. Dann, dass die Zeit auch realistisch ist. Nicht zu schnell putzen, nicht zu langsam. Ein Mittelmaß finden. Und dann natürlich, der vierte Punkt, der auch sehr wichtig ist: Die Ehrlichkeit." Monika Schacht

Starke Unterschiede beim Preis-Leistungs-Verhältnis

In Sachen Hygiene fand die Expertin keinen der drei Anbieter ganz überzeugend, bei der Sauberkeit schon eher. Auf Platz 1 landete Happy Maids, gefolgt von Book A Tiger. Helping Hands bildete das Schlusslicht. Man habe sehen können: Die Putzhilfe sei noch "nicht eingearbeitet" gewesen, so Monika Schacht.

Das zweite Check-Kriterium: Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer eine legale Putzhilfe beschäftigt, sollte mit mindestens 20 Euro pro Stunde rechnen. Die Preise der Online-Putzportale unterscheiden sich zum Teil erheblich. Die teuerste Firma im Check ist Happy Maids. Fensterputzen kostet hier extra. Im Schnitt kostete das Putzen 29,49 Euro pro Stunde, hinzu kamen noch Material und Anfahrt. Das machte insgesamt 137 Euro. Helpling war mit 52 Euro am günstigsten, Book A Tiger lag bei 68 Euro.

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis ging Book A Tiger als Sieger hervor. Der Anbieter sei zwar bei der Sauberkeit nicht ganz oben, aber dafür um die Hälfte günstiger als die Firma Happy Maids, die dennoch auf dem zweiten Platz landete. Wieder an letzter Stelle ist Helpling. "Die sind zwar von den allen am günstigsten, aber die Sauberkeit und Professionalität ist nicht gegeben", meint die Expertin.

Fairness nicht bei allen Anbietern selbstverständlich

Und Fairness? Ein Besuch bei Stiftung Warentest in Berlin. Anne Kliem, Redakteurin für das Online-Testportal der Stiftung, nahm mit ihrem Team mehrere Online-Putzportale unter die Lupe und beleuchtete dabei auch das Thema Schwarzarbeit.

"Bei Book A Tiger und bei den Happy Maids können Kunden sich einigermaßen sicher fühlen, denn beide Portale arbeiten mit Angestellten bzw. mit Franchise-Nehmern. Da ist sichergestellt, dass sie sozialversicherungspflichtig angemeldet sind. Bei Helpling sollten Sie ein bisschen vorsichtiger sein, denn dieses Portal prüft zum Beispiel den Personalausweis, nicht aber den Gewerbeschein. Und deswegen kann Schwarzarbeit da nicht ausgeschlossen werden." Anne Kliem

Auch beim Kriterium Fairness haben also Happy Maids und Book A Tiger die Nase vorn - zumindest in dieser Stichprobe. Fazit des mehr/wert-Checks: Wer online eine Haushaltshilfe bucht, kann nicht zwingend mit einer professionellen Kraft rechnen. Die günstigsten Helfer liegen bei rund 20 Euro pro Stunde, teils erheblich mehr. Und: Nicht bei allen Internet-Angeboten kann Schwarzarbeit automatisch ausgeschlossen werden.