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Illegales Glücksspiel und Geldwäsche: Vorwürfe gegen Wirecard | BR24

© Jan Plate, BR

Wirecard soll illegale Geschäfte abgewickelt haben. Der Konzern muss unangenehme Vorwürfe ausräumen.

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Illegales Glücksspiel und Geldwäsche: Vorwürfe gegen Wirecard

Anlegerschützer haben gegen den Zahlungsdienstleister Wirecard aus Aschheim bei München Strafanzeige gestellt. Der Verdacht: Wirecard soll illegale Geschäfte abgewickelt haben. Der Konzern muss sich unangenehmen Fragen stellen.

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Wirecard verdient sein Geld hauptsächlich mit der Abwicklung elektronischer Zahlungen an Ladenkassen, profitiert aber mit Risikoabsicherung und Händlerfinanzierung auch von Online-Plattformen. Die Vorwürfe wiegen schwer: Anlegerschützer der Wiener Anlegerschutzorganisation "European Funds Recovery Initiative" kurz EFRI werfen Wirecard vor, Zahlungen für illegale Geschäfte abgewickelt zu haben.

Es geht um "Finanztransfers in Zusammenhang mit mutmaßlich betrügerischen Online-Trading-Webseiten sowie für illegale Online-Gambling-Webseiten in beträchtlichem Ausmaß". Den Schaden ihrer Mandanten beziffert EFRI auf mehr als 28 Millionen Euro, wie das Handelsblatt berichtet.

Wirecard weist Vorwürfe zurück

Wirecard verteidigt sich. Unter anderem heißt es: "Werden glaubhafte Hinweise zu betrügerischen Aktivitäten von Trading-Plattformen erst im Laufe der Geschäftsbeziehung bekannt, erstattet die Wirecard Bank AG Geldwäscheverdachtsmeldungen und löst in diesem Zusammenhang auch die Geschäftsverbindungen auf."

Wie abhängig ist Wirecard von Risikobranchen?

Weiterhin aber scheint Wirecard mit Hochrisikokunden einiges an Geschäft zu machen, weil sich damit höhere Margen erzielen lassen. Und so beobachten wohl Bundesbanker und die Notenbank den kometenhaften Aufstieg von Wirecard auch kritisch.

Wirecard schon oft Ziel von Spekulanten

Spekulationen haben den Wirecard-Aktienkurs immer wieder auf- und abgetrieben. Berichte der "Financial Times" über angeblich gefälschte Bilanzen von Wirecard in Singapur gelten als ein Auslöser. In der Folge kam die Dax-Aktie im vergangenen Jahr in heftige Turbulenzen. Das ging sogar soweit, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin aufgrund der massiven Kursschwankungen einen Domino-Effekt befürchtete. Die Schwankungen der Aktie seien "eine ernstzunehmende Bedrohung für das Marktvertrauen in Deutschland", hieß es damals in einer Verfügung der obersten Wertpapieraufseherin.

All die unangenehmen Fragen könnten nun wieder zu Reputationsproblemen führen, die sich wohl nur durch mehr Transparenz ausräumen lassen.