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IHK Regensburg: Oberpfalz trotzt der schwächelnden Wirtschaft | BR24

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Die schwächelnde Weltwirtschaft schlägt bislang nicht auf den regionalen Arbeitsmarkt durch, stellt die IHK Regensburg fest. Dennoch: Es fehlen Fachkräfte. Die Metall- und Elektroindustrie blickt pessimistischer in die Zukunft.

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IHK Regensburg: Oberpfalz trotzt der schwächelnden Wirtschaft

Die schwächelnde Weltwirtschaft schlägt bislang nicht auf den regionalen Arbeitsmarkt durch, stellt die IHK Regensburg fest. Dennoch: Es fehlen Fachkräfte. Die Metall- und Elektroindustrie blickt pessimistischer in die Zukunft.

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Die Oberpfalz und der Kreis Kelheim spüren die Abkühlung in der Weltwirtschaft noch nicht, meldet die zuständige IHK Regensburg - im Gegenteil: Wegen Personalmangels bleibe die wirtschaftliche Leistung vieler Betriebe unter ihren Möglichkeiten.

Die Auftragsbücher in Kammerbezirk seien voll, doch es fehlen Fachkräfte, die sie abarbeiten können. Laut IHK-Fachkräftemonitor fehlen die meisten Mitarbeiter in Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen, in der technischen Entwicklung, Konstruktion und Produktionssteuerung. In der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim fehlen über alle Branchen hinweg rund 12.000 Fachkräfte, so die IHK Regensburg.

Unternehmen sollen Mitarbeiter weiterbilden

Dadurch entgehe der heimischen Wirtschaft allein 2019 eine Wertschöpfung von 1,8 Milliarden Euro. Die IHK empfiehlt den Unternehmen, in die Weiterbildung von Mitarbeitern aller Altersstufen zu investieren. So lasse sich der demografische Wandel abfedern. Außerdem lohne es sich, neue Personengruppen für den Betrieb zu gewinnen, etwa bisher nicht berufstätige Frauen oder ältere Menschen. Potential stecke auch in der Einwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland.

Metall- und Elektroindustrie blickt pessimistisch in Zukunft

Die Metall- und Elektroindustrie in der Oberpfalz sieht jedoch das Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs der vergangenen Jahre gekommen. Das könne sich nun auch auf die Zahl der Beschäftigten auswirken, sagte der Regionalvorsitzende des Verbands der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie, Thomas Ebenhöch, am Mittwoch in Regensburg. Die konjunkturelle Lage kühle sich deutlich ab. Der Beschäftigungsaufbau gehe daher zu Ende, so Ebenhöch.

Eine aktuelle Umfrage des Verbands zeige, dass viele Unternehmen für die kommenden Monate mit einer schlechteren Geschäftslage rechnen würden. Auch die Zahl der Beschäftigten könne daher weiter zurückgehen.

Anstehende Tarifverhandlungen

Derzeit arbeiten in der Oberpfalz 98.500 Beschäftigte in der Branche. Die Arbeitslosenquote in der Oberpfalz ist nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau. Derzeit würden bei den Unternehmen der Metall- und Elektro-Branche aber Arbeitszeitkonten abgebaut und die Zeitarbeit zurückgefahren, so Ebenhöch. Auch über Kurzarbeit müssten sich immer mehr Unternehmen informieren.

Auch wenn derzeit - anders als in anderen Regierungsbezirken - noch kein Unternehmen im Verband mit Verlusten rechnet, kündigte der Regionalvorsitzende für die anstehenden Tarifverhandlungen eine härtere Haltung der Arbeitgeber als in der Vergangenheit an. Allerdings würden die Unternehmen auf der anderen Seite aber weiter spezialisierte Fachkräfte, wie zum Beispiel Softwareentwickler, brauchen. Die Unternehmen wollen deshalb auch weiter stark in die Ausbildung investieren.

Die Gründe für den Pessimismus in der Branche sind vor allem international: Handelskonflikte, Probleme der Automobilindustrie in Folge des Dieselskandals und politische Unsicherheiten trüben die Aussichten - vor allem im Automobilsektor, sagt Ebenhöch.