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IG Metall protestiert gegen Stellenabbau bei SGL Carbon | BR24

© Regionalnachrichten aus Schwaben

159 Stellen will SGL Carbon in Meitingen abbauen, 500 Stellen sollen es weltweit sein. Die IG Metall protestiert mit leeren Stühlen.

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IG Metall protestiert gegen Stellenabbau bei SGL Carbon

Fast 160 Arbeitsplätze sollen bei SGL Carbon in Meitingen im Landkreis Augsburg gestrichen werden. IG Metall und Betriebsrat wollen das so nicht akzeptieren und protestieren in gut 100 Metern Abstand zum Standort vor der Meitinger Gemeindehalle.

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Von
  • Veronika Scheidl
  • Kilian Geiser

Mit 159 Stühlen vor der Gemeindehalle in Meitingen will die IG Metall am Vormittag gegen den Stellenabbau beim Kohlefaser-Spezialisten SGL Carbon protestieren. Sie stehen stellvertretend für die 159 Arbeitsplätze, die das Unternehmen direkt in Meitingen streichen will. Insgesamt plant SGL Carbon, 500 Stellen abzubauen. Bis 2023 sollen damit insgesamt 100 Millionen Euro eingespart werden.

Betriebsrat: "Bittere Nachricht für den Standort"

SGL Carbon sei ein wichtiger Arbeitgeber in der Region, erklärt Michael Leppek von der IG Metall. "Jeder Arbeitsplatz, der wegfällt, schmerzt die Arbeitnehmer und natürlich die Region. Die Einsparungen müssen geprüft werden. Es darf nicht zuerst an den Mitarbeitern gespart werden", fordert der Gewerkschafter. Markus Stettberger, Betriebsratsvorsitzender bei SGL Carbon in Meitingen, nennt die Ankündigung des Unternehmens eine "sehr bitteren Nachricht für den Standort". Der geplante Abbau betreffe rund 15 Prozent der Belegschaft. "Wir werden aber den Kopf nicht in den Sand stecken und haben deswegen bereits unsere Erwartungen an das Management adressiert", sagt Stettberger.

Stellenabbau nur als letztes Mittel

Betriebsrat und Gewerkschaft fordern von SGL Carbon, dass ein Stellenabbau das letzte Mittel sein müsse. Beide wünschen sich, dass das Unternehmen Alternativen prüft.

Meitingen ist größter Standort des weltweit produzierenden Unternehmens

SGL Carbon hat nach eigenen Angaben gut 5.000 Mitarbeiter und produziert an 29 Standorten unter anderem in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den USA sowie in Indien und Japan. Der Kohlefaser-Spezialist hat seinen Unternehmenssitz im hessischen Wiesbaden, den größten Standort aber unterhält SGL Carbon im schwäbischen Meitingen. Große Aktionäre bei SGL Carbon sind die von Susanne Klatten kontrollierte SKion GmbH, die BMW AG und die Volkswagen AG.

Schwächeres Geschäft mit Autoindustrie und Flugzeugbauern

Das Unternehmen erwartet, dass sich das Geschäft mit Karbon- und Glasfaser-Verbundstoffen für die Autoindustrie und für die Luftfahrt in den nächsten fünf Jahren schwächer entwickelt als geplant, und hat deshalb ein Restrukturierungsprogramm angekündigt. In Deutschland sollen nach Angaben des Unternehmens 320 Stellen "sozialverträglich abgebaut" werden. Betroffen von den Einsparungsplänen sind auch gut 20 Arbeitsplätze in Wackersdorf in der Oberpfalz.

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