BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Christine Bergmann
Bildrechte: MEV/Claude Alberth

Die aktuelle Geschäftslage ist etwas besser geworden und die geschäftlichen Möglichkeiten des kommenden halben Jahres werden nicht mehr ganz so skeptisch gesehen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Dezember – trotz Lockdown – wieder etwas gestiegen.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Ifo-Geschäftsklima: Aussicht auf Impfung sorgt für Optimismus

Die aktuelle Geschäftslage ist etwas besser geworden und die geschäftlichen Möglichkeiten des kommenden halben Jahres werden nicht mehr ganz so skeptisch gesehen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Dezember – trotz Lockdown – wieder etwas gestiegen.

Per Mail sharen
Von
  • Christine Bergmann
  • Dirk Vilsmeier

Mitten im zweiten Lockdown zeigen sich die Unternehmen erstaunlich optimistisch. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist überraschend von 90.9 auf 92,1 Punkte gestiegen. Vor allem die Stimmung in der Industrie bleibt relativ gut.

Aussicht auf Erholung schon im Sommer

Der große Unterschied zum ersten Lockdown ist, dass die Grenzen offen sind und die Lieferketten nicht unterbrochen werden. Das bedeutet, die Industrie kann weiterarbeiten. Das ist für den Präsidenten des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, der Hauptgrund für die aktuelle Entwicklung.

Zwar sind viele Antworten der Unternehmen noch vor dem Beschluss zum zweiten Lockdown beim ifo-Institut eingegangen, dennoch stellen die Münchner Forscher fest, dass mittelfristig der Optimismus zunimmt. Und da liegt nach Einschätzung von Clemens Fuest vor allem an der Aussicht auf eine Impfung. Er hat den Eindruck, dass die Unternehmen deshalb eine schnellere Erholung erwarten, nicht erst in einem Jahr, sondern schon im Sommer.

Die deutsche Wirtschaft hatte sich in diesem Sommer, nach dem Corona-bedingten Einbruch im Frühjahr, wieder gefangen und war um 8,5 Prozent gewachsen. Der neue Lockdown sorgt laut Ökonomen aber für einen neuen Rückschlag. So senkte das Ifo-Institut jüngst seine Prognose für das Wirtschaftswachstum 2021 auf 4,2 Prozent, nach zuvor 5,1 Prozent.

Viel Geld aufgestaut

Die Erholung könnte auch deshalb recht schnell gehen, weil sich viel Kaufkraft aufgestaut hat, viele Bürger Geld gespart haben. Allerdings – und auch das ist überraschend – haben sie durchaus eingekauft. Zwar wenig Bekleidung, aber in den Baumärkten und Möbelhäusern ist nach Angaben des ifo-Instituts das Geschäft bislang gut gelaufen.

Unterschiedliche Entwicklung in den Branchen

Das überraschend gute Geschäftsklima darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage in den einzelnen Branchen recht unterschiedlich ist. Selbst innerhalb der Industrie: Gut läuft es vor allem im Maschinenbau und der chemischen Industrie. Die Autobranche ist dagegen noch sehr zurückhaltend. Die Transport- und Logistikbranche profitiert vom Onlinehandel und dem Exportgeschäft der Industrie. Die Lage in der Gastronomie und der Reisebranche ist dagegen erwartungsgemäß schlecht.

Weitere Wirtschaftszweige im Einzelnen

  • Auch im Dienstleistungssektor hat sich der Geschäftsklimaindikator leicht erholt, so das Institut. Die Unternehmen waren demnach zufriedener mit ihren laufenden Geschäften. Auch die Erwartungen fielen etwas weniger pessimistisch aus. Diese Entwicklung wurde vor allem von Transport- und Logistikunternehmen sowie vom Grundstücks- und Wohnungswesen getragen. Die Reiseveranstalter, das Gastgewerbe und die Kulturschaffenden leiden jedoch weiter stark unter der Krise.
  • Im Handel hat sich das Geschäftsklima ebenfalls verbessert, wie die Ifo-Forscher schreiben. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage deutlich positiver. Die Erwartungen hellten sich etwas auf. Der Anstieg der Indikatoren war demnach vor allem auf industrienahe Großhändler zurückzuführen. Bei den Einzelhändlern hat sich die Lage verbessert, aber die Erwartungen trübten sich ein. Allerdings: Die große Mehrheit der Antworten ging noch vor der jüngsten Verschärfung des Lockdown ein.
  • Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindikator unverändert geblieben. Während die Einschätzungen zur aktuellen Lage positiver ausfielen, nahm der Pessimismus mit Blick auf das kommende Halbjahr zu.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!