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ifo-Präsident Clemens Fuest hält die Einschränkungen durch den Lockdown-light für eine notwendige Investition in die Zukunft. Im Bayerischen Rundfunk sagte er, die Lage sei ernst. Die Corona-Hilfen hält der Ökonom für einen "Akt der Solidarität".

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ifo-Präsident: Lockdown light für Wirtschaft ertragbar

ifo-Präsident Clemens Fuest hält die Einschränkungen durch den Lockdown-light für eine notwendige Investition in die Zukunft. Im Bayerischen Rundfunk sagte er, die Lage sei ernst. Die Corona-Hilfen hält der Ökonom für einen "Akt der Solidarität".

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Von
  • Michaela Borowy

Die jetzt betroffenen Branchen tragen laut ifo-Präsident Clemens Fuest insgesamt rund sechs bis sieben Prozent zur gesamten Wertschöpfung in Deutschland bei. Der Lockdown-light sei natürlich für die Betroffenen eine Tragödie, aus gesamtwirtschaftlicher Sicht sei die Zeit bis Ende November aber – so Fuest wörtlich - "zu ertragen". Die Alternative, abzuwarten und dann einen totalen Lockdown in ein paar Wochen zu riskieren, hätte laut Fuest deutlich höhere Kosten verursacht.

ifo-Präsident: Kosten auf die gesamte Gesellschaft umlegen

Wichtig ist seiner Ansicht nach, dass die Grenzen offen bleiben, die Lieferketten nicht unterbrochen werden und die Industrie einigermaßen normal weiterarbeiten kann. Die neuen Corona-Hilfen begrüßt Clemens Fuest, denn sie helfen seiner Ansicht nach gezielt denjenigen, die besonders unter den aktuellen Einschränkungen leiden. Fuest hält die aktuellen Maßnahmen auch für einen Akt gesellschaftlicher Solidarität. Wörtlich sagte er: "Das Ganze ist fair, wenn man sagt, wir teilen die Kosten, die wir den jeweiligen Bereichen aufbürden auf die gesamte Gesellschaft auf." Das fördere auch die Akzeptanz der Lockdown–Maßmahmen, so Fuest.

Mehr gezielte Hilfen für betroffene Unternehmen

Wünschen würde sich der ifo-Präsident noch mehr gezielte Hilfen für betroffene Unternehmen. Als Beispiel nannte er die Möglichkeit, höhere Verluste mit früheren Gewinnen verrechnen und damit Steuern zurückbekommen zu können.

Kurzarbeitergeld und Kreditprogramme haben gut funktioniert

Von den Maßnahmen aus der Zeit des ersten Lockdowns haben nach Ansicht von Clemens Fuest einige ganz gut funktioniert: dazu gehören die Kreditprogramme in der ganz frühen Phase der Krise. Dadurch sei eine Finanzkrise zusätzlich zur Virus-Pandemie ausgeblieben und das sei ein erheblicher Erfolg. Ebenso sei der Arbeitsmarkt stabilisiert worden durch Kurzarbeitergeld. Viele Menschen hätten so ihre Jobs behalten und die Einkommen hätten sich auf diese Weise stabilisiert.

Mehrwertsteuersenkung hilft Unternehmen, die eh gut dastehen

Weniger überzeugt haben den ifo-Präsidenten die Mehrwertsteuersenkungen. Zwar sei diese teuerste Maßnahme an die Konsumenten weitergereicht worden, sie sei aber letztlich vor allem Unternehmen zu Gute gekommen, denen es sowieso gut geht, so ifo-Präsident Clemens Fuest im "Interview der Woche" auf B5aktuell.

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