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Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, geht davon aus, dass die Corona-Pandemie trotz aller ergriffenen Gegenmaßnahmen zu einer Reihe von Insolvenzen - besonders in der Gastronomie - führen wird.

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ifo-Institut: "Der Staat kann Insolvenzen nicht verhindern"

Der Präsident des ifo-Instituts, Clemens Fuest, geht im Interview mit Bayern 2 davon aus, dass die Corona-Pandemie trotz aller ergriffenen Gegenmaßnahmen zu einer Reihe von Insolvenzen - besonders in der Gastronomie - führen wird.

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Von
  • Christian Schaaf

Das ifo-Insitut geht davon aus, dass es wegen der Corona-Pandemie zu zahlreichen Pleiten in Deutschland kommen wird. Der Staat habe zwar viel unternommen, um Insolvenzen zu verhindern. Das wird allerdings nicht ausreichen, um alle Unternehmen zu retten, so der Präsident des ifo-Instituts, Clemens Fuest. Der Staat stoße irgendwann auch an seine Grenzen. Gleichzeitig ist er dafür, Unterstützungen verlängern, vor allem für Solo-Selbstständige.

"Es gibt jetzt verschiedene Möglichkeiten, Kredite zu bekommen. Aber man muss allerdings nüchtern sehen, dass es Insolvenzen geben wird in diesen Bereichen. Das kann der Staat nicht verhindern." Clemens Fuest

Kritik an Corona-Maßnahmen

Das in Teilen Deutschlands geltende Beherbergungsverbot hält Fuest für eine zweifelhafte Maßnahme, die der Tourismusbranche unnötig Unsicherheiten beschere: "Es wäre eigentlich besser, wenn wir Maßnahmen ergreifen, die Dinge ermöglichen, statt sie zu untersagen. Also Masken, vermehrtes Testen. Das ermöglicht, dass das Leben irgendwie weitergeht. Das Beherbergungsverobt stoppt das eher. Auch ist nicht ganz klar, warum das Übernachten in einem Hotel jetzt die große Gefahr sein soll."

Mit seiner Kritik am Beherbergungsverbot ist Fuest nicht allein. "Ich halte diese Maßnahme für rechtswidrig, weil sie weder verhältnismäßig noch geeignet ist", sagte beispielsweise Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) der "Bild"-Zeitung. Auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach äußerte massive Kritik. "Da wurde ein Fehler gemacht, das müsste abgeräumt werden", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Keine Studie zeigt, dass das Reisen innerhalb Deutschlands ein Pandemietreiber ist. Ich löse mit diesen Regeln also kein Problem, weil es da kein Problem gibt."

Fuest: Mehrwertsteuer-Senkung kein Erfolg

Doch nicht nur am Beherbergungsverbot kritisiert der ifo-Chef. Die zeitlich befristete Absenkung der Mehrwertsteuer war in den Augen von Clemens Fuest ebenfalls kein Erfolg:

"Das sollte man meines Erachtens auslaufen lassen. Viele Leute, konsumieren ja nicht mehr, weil die Mehrwertsteuer etwas niedriger ist. Was den Konsum derzeit bremst, das ist vor allem eben die Furcht vor Ansteckung. " Clemens Fuest

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